Weltliche Pflichten
Sind Protestanten fleißiger als Katholiken?

Die protestantisch geprägten Staaten im Norden Europas stehen wirtschaftlich besser da als der Süden. Das hat viele Gründe. Einer davon könnte dem Soziologen Max Weber zufolge die Religion der Bevölkerung sein.
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Für den Soziologen Max Weber (1864-1920) war das Aufkommen des Protestantismus ein Hauptgrund für den Siegeszug des Kapitalismus. Den Anhängern Luthers attestierte er eine eiserne Arbeitsethik – und eine Neigung zu ökonomischem Rationalismus. Für Luther sei die strenge Erfüllung der weltlichen Pflichten eben der entscheidende Weg gewesen, Gott zu gefallen, schrieb Weber 1904.

Tatsächlich finden sich auch 100 Jahre später noch Belege für seine These: So arbeiten Protestanten in Deutschland im Schnitt pro Woche drei Stunden länger als Katholiken – und verdienen gut ein Zehntel mehr, wie eine Studie von Jörg Spenkuch von der Northwestern University in den USA zeigt. Auch wagen sie doppelt so häufig den Sprung in die Selbstständigkeit.

Internationale Vergleiche zeigen zudem: Protestantische Frauen gehen öfter einem Beruf nach als katholische. Dass die evangelisch geprägten Staaten im Norden Europas heute wirtschaftlich so viel stärker sind als die im Süden, liegt sicher nicht nur an der Religion. Aber ein Grund dafür wird es sein.

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