Axel Plünnecke

„Für Unternehmen sind Visionen wichtig“

Der freie Zugang zu Informationen gehört für den Bildungsforscher am Institut der deutschen Wirtschaft zu den wichtigsten Errungenschaften. Denn erst er hat viele weitere Fortschritte möglich gemacht.
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Axel Plünnecke ist Leiter des Kompetenzfelds Humankapital und Innovationen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und lehrt an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement.

Axel Plünnecke ist Leiter des Kompetenzfelds Humankapital und Innovationen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und lehrt an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement.

Welche Innovation hat die Welt am nachhaltigsten verändert?
Der Buchdruck und das Internet haben jeweils in Ihrer Zeit zu einem freien Zugang zu Informationen, zu einer gewaltigen Veränderung der Kommunikationsmöglichkeiten geführt. Daraus entstehen wiederum viele weitere Innovationen.

Wer ist für Sie der größte Visionär?
Den größten Visionär kann ich nicht benennen. Kennedy gibt ein Beispiel für eine zielfokussierte Vision und indem er Anfang der 60er Jahre verkündet, dass die USA den bemannten Mondflug bis zum Ende des Jahrzehnts schaffen, Henry Ford eine wandelfokussierte Vision, das Auto zu demokratisieren. Viele Unternehmer wie Siemens oder Bosch waren Visionäre. Viele Forscher sind Visionäre und versuchen, Krankheiten zu besiegen. Visionen sind heute wichtige Elemente einer strategischen Unternehmensführung.

Schöne vernetzte Arbeitswelt
Neues Buchungszentrum von TopTicketLine
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Großraumbüros, in denen die Angestellten ihrer Arbeit in kleinen Stellwandabteilen nachgehen, sollten die Zukunft sein. Das dachte zumindest der Erfinder des Cubicle-Office, Robert Probst. Doch statt Produktivität förderte sein Konzept Eintönigkeit und Isolation. Dabei ist besonders die Möglichkeit zum gemeinsamen Arbeiten aktuellen Studien zufolge der Schlüssel zu Erfolg und Kreativität. Neue Technologien machen darüber hinaus auch vernetztes Arbeiten möglich, womit die Effizienz in Unternehmen deutlich gesteigert werden kann.

Gemeinschaftsbüros "Coworking Spaces"
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Gemeinschaftsbüro in Nürnberg: Lässt man Arbeitnehmern die Wahl, von wo aus sie arbeiten wollen, so entscheiden sich zunehmend mehr für die eigenen vier Wände, Büros außerhalb des Unternehmens oder gleich für das Café um die Ecke. Technologien wie Wireless LAN und Mobile Computing schaffen die Basis, sich auch von unterwegs in das Firmennetzwerk einzuwählen. Einige Konzerne ermitteln über Sensoren in Echtzeit, wo ihre Angestellten am produktivsten innerhalb eines Bürokomplexes arbeiten und können so gezielt Umbaumaßnahmen vornehmen.

One year after Hurricane Sandy
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Rund 40 Prozent aller amerikanischen Arbeitnehmer werden der Schätzung einer Softwarefirma zufolge bis 2020 als Leiharbeiter, in befristeten Arbeitsverhältnissen oder als Selbstständiger tätig sein. Zum Vergleich: In Deutschland lag der Anteil von Selbstständigen und Zeitarbeitern an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen im Jahr 2012 bei rund 13 Prozent. Der Trend weg von geregelten Arbeitszeiten und Löhnen hin zur größeren Flexibilität bringt jedoch für beide Seiten einige Vorteile mit sich.

Kita in Leipzig
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Arbeitgebern ermöglicht diese Entwicklung am Arbeitsmarkt, schnell auf wechselnde unternehmerische Anforderungen zu reagieren. Selbstständige profitieren davon, dass sie sich ihr Arbeitspensum so einteilen können, wie es ihnen ihr Leben erlaubt. So bleibt etwa mehr Zeit für die Kinderbetreuung oder andere Aufgaben übrig.

huGO-BildID: 19223708 Hochschule Offenburg, Studenten, Fachkräfte, Ausbildung
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Aufgaben wie etwa die eigene Weiterbildung. Bis zum Jahr 2020 werden Schätzungen der Unternehmensberatung McKinsey zufolge rund 40 Millionen hochqualifizierte Arbeiter in Unternehmen überall auf der Welt fehlen. Besonders groß wird der Mangel in Entwicklungsländern sein. Unternehmen und Arbeitnehmer haben jedoch einen innovativen Weg gefunden, dieser Herausforderung zu begegnen.

Employee works on his computer at the office of CloudFactory, a Canadian startup that based itself in Kathmandu
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Crowdsourcing-Plattformen ermöglichen es Designern, Programmierern und anderen Fachkräften, sich miteinander zu vernetzen. Gemeinsam können sie so projektspezifische Arbeitsanforderungen leicht erfüllen. Das Unternehmen Cloudfactory wurde in Nepals Hauptstadt Kathmandu von einem Kanadier gegründet und betreibt inzwischen von Büros in Nepal, Hong Kong und den USA aus ein Online-Portal, auf dem sich Selbstständige aus allen Teilen der Welt finden können, um zusammen zu arbeiten. Eigenen Angaben zufolge sollen auf diese Weise bis zu einer Million neue Arbeitsplätze in Entwicklungsländern geschaffen werden.

Surgery_Raven_4_Overview
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In Entwicklungsländern soll auch eine Technik, die Videokonferenzen samt der Steuerung eines Roboters ermöglicht, große Fortschritte bringen. Selbst im Bereich der medizinischen Weiterbildung sind dann Lehrgänge ohne physische Präsenz der Teilnehmer möglich. So kann beispielsweise der Roboter Raven IV chirurgische Eingriffe an einem Modell durchführen, das Tausende Kilometer entfernt steht.

In welchen Momenten kommen Ihnen die besten Ideen?
In der Regel nicht dann, wenn ich dringend eine gute Idee brauche, sondern zufällig, wenn ich gerade mit anderen Dingen beschäftigt bin. Das können Ideen für ein Geburtstagsgeschenk sein, oder Ideen, ein Problem in einer Studie zu lösen.

Sollte der, der Visionen hat, wirklich zum Arzt gehen?
Nein. Für Unternehmen sind Visionen wichtig. Eine Vision ist ein in die Zukunft gerichtetes Leitbild, an dem sich das Unternehmen orientiert. Welches Bedürfnis der Gesellschaft möchte das Unternehmen befriedigen? Eine Vision ist sinnstiftend, motivierend und handlungsleitend.

Was macht die Arbeit am Institut für Sie aus?
Es ist einfach ein großes Glück, an Dingen zu arbeiten, die Spaß machen, Menschen zu treffen, von denen man jeden Tag wieder Neues lernen kann. Und es ist schön, Wissen weiterzugeben und zu beobachten, wie die Studierenden Spaß am Lernen entwickeln.

  • jam
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