Christoph Bruns
„Umdenken zugunsten der Aktie“

Der Fondsmanager und Vorstand bei der Loys AG will mehr Deutsche überzeugen, sich durch Aktien an der Wirtschaft zu beteiligen. Der größte Visionär der Geschichte ist für ihn aber kein Börsenguru.
  • 1

Welche Innovation hat die Welt am nachhaltigsten verändert?
Hier muss ich doch das Rad nennen, denn kein Mensch und keine Maschine kommt ohne diese großartige kinetische Erfindung aus. Ohne Räder bewegt sich nichts, keine Festplatte, kein Flugzeug, keine Uhr und nahezu alle Menschen geschaffenen Sachen.

Wer ist für die der größte Visionär?
Sofort muss ich bei dieser Frage an Jesus von Nazareth denken, dessen Vision von Nächstenliebe so zentral und gewaltig für sein und alle nachfolgenden Jahrhunderte war, dass wir bis heute an seinem Erbe arbeiten. Bislang ist es nicht gelungen, seine Vision überall wahr werden zu lassen, obwohl ein riesige und zugleich uralte Institution – die Kirche – daran seit mehr als 1500 Jahren arbeitet.

In welchen Momenten kommen Ihnen die besten Ideen?
Gerade dann, wenn ich mit den Gedanken bei ganz anderen Themen bin, etwa beim Radfahren oder Spazierengehen kommt es häufig vor, dass ich einen guten Einfall habe. Dann muss ich mich freilich sputen, um den interessanten Gedanken nicht zu verlieren.

Sollte der, der Visionen hat, wirklich zum Arzt gehen?
Keineswegs, aber eine Vision muss gar nicht praktisch erreichbar sein, um als Leitfaden und zur Orientierung sehr vorteilhaft zu sein. Ähnlich einem Ideal mag sich die Vision nicht realisieren lassen. Doch der Versuch ihr nahezukommen, ist alleine schon wichtig und befriedigend.

Auf welche Vision setzen Sie als Fondsmanager derzeit?
Meine Vision besteht schon lange darin, die Mitbürger davon zu überzeugen, dass es langfristig sinnvoll ist, sich an der Wirtschaft durch Aktien zu beteiligen. Von der Erreichung dieser Vorstellung sind wir in Deutschland zwar weiter entfernt denn je, allerdings spricht manches dafür, dass die Dauernullzinspolitik auf dem Gebiet der Kapitalanlage zu einem wirklichen Umdenken zugunsten der Aktie führen könnte.

Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%