Christoph Bruns

„Umdenken zugunsten der Aktie“

Der Fondsmanager und Vorstand bei der Loys AG will mehr Deutsche überzeugen, sich durch Aktien an der Wirtschaft zu beteiligen. Der größte Visionär der Geschichte ist für ihn aber kein Börsenguru.
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Christoph Bruns ist Fondsmanager, Teilhaber und Vorstand bei der LOYS AG. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Teilhaber und Vorstand bei der LOYS AG.

(Foto: Frank Beer für Handelsblatt)

Welche Innovation hat die Welt am nachhaltigsten verändert?
Hier muss ich doch das Rad nennen, denn kein Mensch und keine Maschine kommt ohne diese großartige kinetische Erfindung aus. Ohne Räder bewegt sich nichts, keine Festplatte, kein Flugzeug, keine Uhr und nahezu alle Menschen geschaffenen Sachen.

Wer ist für die der größte Visionär?
Sofort muss ich bei dieser Frage an Jesus von Nazareth denken, dessen Vision von Nächstenliebe so zentral und gewaltig für sein und alle nachfolgenden Jahrhunderte war, dass wir bis heute an seinem Erbe arbeiten. Bislang ist es nicht gelungen, seine Vision überall wahr werden zu lassen, obwohl ein riesige und zugleich uralte Institution – die Kirche – daran seit mehr als 1500 Jahren arbeitet.

In welchen Momenten kommen Ihnen die besten Ideen?
Gerade dann, wenn ich mit den Gedanken bei ganz anderen Themen bin, etwa beim Radfahren oder Spazierengehen kommt es häufig vor, dass ich einen guten Einfall habe. Dann muss ich mich freilich sputen, um den interessanten Gedanken nicht zu verlieren.

Die besten Erfindungen aus zehn Jahren
Wind
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Windenergie

Einzelne Windturbinen können dank ausgefeilter Technologien in ihrer Leistung verbessert werden. Darüber hinaus wurden Lösungen entwickelt, die sowohl Leistung als auch Lautstärke eines ganzen Windparks optimieren. Im Angebot von GE sind diese Kontrollmöglichkeiten bereits erhältlich.

MRT
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Neue Bildgebungssysteme

Zusammen mit GE Healthcare hat das Global Research Team High-End-Anwendungen für Ultraschall-, CT-, Röntgen- und Magnetresonanzbildgebung im Diagnosebereich entwickelt. Darunter befindet sich auch die Entwicklung eines neuen hybriden PET/MRT-Systems – einem Gerät, das die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Magnetresonanztomographie (MRT) in sich vereint. Die Anwendungsgebiete reichen von Krebs über neurologische Krankheiten bis hin zu Herz- und Lungenleiden.

Bergbau
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Geländefahrzeuge für den Bergbau

Der Unterschied zwischen einer Krankenhausabteilung und Bergbaustandorten könnte größer nicht sein – aber Global Research Europe hat auch die Bergbaubranche dabei unterstützt, Geländefahrzeuge leistungsfähiger zu machen. Die Forscher haben geholfen, den elektrischen Antrieb für die Räder neu zu erfinden, und den Antriebsmechanismus dieser riesigen Laster zu vereinfachen.

Bild: Komatsu

Abwärme
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Abwärmenutzung

Im Bereich der Abwärmenutzung hat das European Research Center eine große Rolle bei der Entwicklung von ORegen gespielt – einem neuen Abwärmenutzungssystem, das es einer Gasturbine erlaubt, zusätzliche Energie zu produzieren, ohne dabei zusätzliche Emissionen freizusetzen oder Wasser zu verbrauchen. Im kanadischen Alberta soll dieses System zum Einsatz kommen, um 14.000 Haushalte (14MW) mit sauberer Elektrizität zu versorgen, sowie jährlich über 11 Millionen Liter Wasser und 38.000 Tonnen CO2 einzusparen. Auch in Brunei ist die Nutzung geplant.

Genx
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Leichtere und hitzeresistente Turbinenschaufeln

Ein weiterer Erfolg beruht auf der Entwicklung eines Fertigungsprozesses zur Produktion extrem leichter und hitzeresistenter Turbinenschaufeln aus Titan-Aluminid, die in den GEnx-2B-Triebwerken verwendet werden. Diese kommen ihrerseits in der Lufthansa Boeing 747-8 zum Einsatz. Das neue Produktionsverfahren wurde am Standort von GE Aviation in Regensburg eingeführt. Der Fertigungsprozess wurde von Forschern von Global Research in den USA in Verbindung mit GE Aviation konzipiert. Das Team von Global Research Europe optimiert die Produktion fortlaufend durch die Automatisierung einzelner Prozessschritte.

Sollte der, der Visionen hat, wirklich zum Arzt gehen?
Keineswegs, aber eine Vision muss gar nicht praktisch erreichbar sein, um als Leitfaden und zur Orientierung sehr vorteilhaft zu sein. Ähnlich einem Ideal mag sich die Vision nicht realisieren lassen. Doch der Versuch ihr nahezukommen, ist alleine schon wichtig und befriedigend.

Auf welche Vision setzen Sie als Fondsmanager derzeit?
Meine Vision besteht schon lange darin, die Mitbürger davon zu überzeugen, dass es langfristig sinnvoll ist, sich an der Wirtschaft durch Aktien zu beteiligen. Von der Erreichung dieser Vorstellung sind wir in Deutschland zwar weiter entfernt denn je, allerdings spricht manches dafür, dass die Dauernullzinspolitik auf dem Gebiet der Kapitalanlage zu einem wirklichen Umdenken zugunsten der Aktie führen könnte.

  • jes
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