Karin Hoisl

„Auch der Kronkorken hat die Welt verändert“

Die Expertin für Erfindungsprozesse und Intellektuelles Eigentum startet ein neues Forschungsprojekt dann, wenn sie ein neues spannendes Thema entdeckt. Die besten Ideen kommen ihr beim Autofahren.
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Karin Hoisl ist Hans-Sauer-Stiftungs-Juniorprofessorin für Erfindungsprozesse und Intellektuelles Eigentum an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Senior Researcher am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb. Quelle: Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb

Karin Hoisl ist Hans-Sauer-Stiftungs-Juniorprofessorin für Erfindungsprozesse und Intellektuelles Eigentum an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Senior Researcher am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb.

(Foto: Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb)

Welche Innovation hat die Welt am nachhaltigsten verändert?
Diese Frage kann ich nicht pauschal beantworten. Jede Zeit hatte ihre großen Innovationen. Darunter fallen sicher die Erfindung des Rades, des Buchdrucks oder der Elektrizität. Auch der Reißverschluss oder der Kronkorken haben „ihre Welt“ verändert. In der heutigen Zeit ist es wohl das Internet.

Wer ist für Sie der größte Visionär?
Auch diese Frage ist schwer pauschal zu beantworten. In jedem Zeitalter gab es einen Visionär. Im 15. Jahrhundert würde ich Galileo Galilei wählen, heute vielleicht Steve Jobs.

In welchen Momenten kommen Ihnen die besten Ideen?
Beim Autofahren.

Europas Innovationsrevival
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Wenn die Alarmglocken schrillen: Regierungen und Privatwirtschaft sind zunehmend besorgt, dass Europa seine Wettbewerbsfähigkeit verlieren könnte. Eine für den European Business Summit 2013 aufbereitete Studie ergab, dass 71 Prozent der europäischen Geschäftsführer und Vorstände der Meinung sind, dass China Europa im Bereich der technologischen Innovation in nur einem Jahrzehnt eingeholt oder sogar überholt haben wird.

Quelle: Valentin Flauraud/Reuters/Corbis

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Nicht ganz auf Spur? Die langsame wirtschaftliche Erholung und die hohe Arbeitslosigkeit verstärken diese Befürchtungen, während niedrige F&E-Aufwendungen (2012: 2 Prozent des BIP) und hohe Patentierungskosten die Entwicklung verlangsamen. Außerdem implementieren europäische Unternehmen Methoden, mit deren Hilfe sich die Produktentwicklung beschleunigen ließe, langsamer als das in anderen Regionen der Fall ist. Zu dem Schluss kam jedenfalls der 2014 veröffentlichte GE Report The State of European Innovation.

Quelle: Kacper Pempel/Reuters/Corbis

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Mehr Power für F&E: Um die Innovation zu intensivieren, hat sich die EU das Ziel gesetzt, 3 Prozent des BIP bis zum Jahr 2020 in Forschung und Entwicklung zu investieren. 2010 wurde dieses Ziel allerdings bereits verpasst. Im Zentrum dieser Initiative steht Horizon 2020. Dieses mit 80 Mrd. Euro ausgestattete Programm soll in entscheidenden Branchen wie Produktion, Energie und Gesundheitswesen Forschung und Innovation fördern.

Quelle: John Thys/AFP/Getty Images

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Die öffentliche Hand kann es nicht alleine: Vor allem, wenn es um Investitionen und Wissenstransfer geht, ist die Privatwirtschaft ein wichtiger Faktor für den Erfolg. 2008 wurden in Europa gerade einmal halb so viele öffentlich-private Arbeiten veröffentlicht wie in den USA. Das zeigt, wie wenig ausgeprägt hierzulande die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Industrie ist. Um hier Abhilfe zu schaffen, wollen Unternehmen aus der EU 10 Mrd. in gemeinsame Technologieinitiativen investieren.

Quelle: Stephane Mahe/Reuters/Corbis

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Verschiedene Töpfe – verschiedene Deckel: Die EU ist ein sehr vielschichtiges Gebilde, das aus 28 Nationen besteht. Manche von diesen, zum Beispiel Großbritannien, sind im Innovationssektor stärker als andere. Will man hier langfristig erfolgreich sein, muss also sehr differenziert vorgegangen werden. Andererseits ließe sich auch mit kollektiven Anstrengungen viel erreichen. Würde man die F&E-Ausgaben bis 2020 auf 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) anzuheben, könnte das dem BIP der EU bis 2025 zusätzliche 795 Mrd. Euro bescheren.

Quelle: Botond Horvath/Shutterstock.com

Der Inhalt dieser Bilderstrecke stammt aus einer Publikation auf GE Look Ahead und kann unter folgendem Link eingesehen werden: http://gelookahead.economist.com/de/slideshow/aufholjagd/

Sollte der, der Visionen hat, wirklich zum Arzt gehen?
Hat sich eine Innovation einmal durchgesetzt, denkt sich jeder: „Auf diese Idee hätte ich auch kommen können“. Der Unterschied zwischen einem Visionär und dem Rest von uns ist, dass wir die Idee eben nicht hatten...

Was macht die Arbeit an der Universität für Sie aus?
Es gibt wenige Jobs in denen man so viele Freiheiten hat. Ich kann mich in der Forschung und in der Lehre auf die Themen konzentrieren, die mich interessieren. Wenn ich ein neues spannendes Thema entdecke, starte ich ein Forschungsprojekt.

  • jam
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