Ärztemangel: Worauf man sich als Patient einstellen muss

Ärztemangel
Worauf man sich als Patient einstellen muss

Die Zeit der Einzelkämpfer in der Arztpraxis geht dem Ende zu. Das meinen die Krankenkassen. Patienten müssen sich umgewöhnen - doch einen Königsweg gegen Ärztemangel gibt es nicht.
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BerlinZuhause haben die Patienten mit Herzschwäche Waage, EKG- und Blutdruckmessgerät. Täglich messen sie ihre Werte. Mit einem weiteren Gerät leiten sie die Daten von ihrem Wohnort auf dem Land in Brandenburg an die Berliner Charité weiter. Von dort können Ärzte und Pfleger telefonisch eingreifen, in Absprache mit Ärzten vor Ort etwas an der Medikation ändern oder einen Notarzt losschicken.

Noch ist es eine Studie, um Telemedizin zu testen - doch sie weist einen von vielen Wegen für eine andere medizinische Versorgung in der Zukunft. Auf was müssen sich Patienten in Deutschland also einstellen?

Geht es nach Deutschlands Krankenkassen, soll kräftig umgebaut werden. „Wir glauben, dass wir wegkommen müssen vom Einzelkämpfer-Dasein“, sagt der Vizechef des Verbands, Johann-Magnus von Stackelberg. Noch stehen nach jüngsten Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) rund 82.000 Einzelpraxen etwa 20.000 Gemeinschaftspraxen und gut 1800 Medizinische Versorgungszentren gegenüber. Doch immer mehr Ärzte arbeiten gemeinsam unter einem Dach oder sind angestellt.

Die Kassen wollen den Trend verstärken. Denn mit dem Älterwerden der Gesellschaft haben immer mehr Menschen gleichzeitig mehrere Krankheiten - zum Beispiel Allgemeinmediziner, Internisten und Orthopäden unter einem Dach sind da besser. Doch scheut auch der Nachwuchs oft den vollen Einsatz mit Überstunden und der ganzen wirtschaftlichen Verantwortung.

Die Sorge gilt vor allem den Hausärzten. Etwa nur jeder zweite findet heute einen Nachfolger. Ihr Prestige ist unter angehenden Medizinern oft gering. Und mehr als zwei Drittel der Medizinabsolventen sind Frauen. Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, hat für sie oft höhere Priorität als bei Männern. Übernahme einer Einzelpraxis im Vollzeitjob? Viele winken ab.

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