Autan und Co.
Was steckt eigentlich in Mückenschutzmitteln?

Es ist der Sommer der Stechmücken. Die Überflutungen in Süd- und Ostdeutschland bieten den Insekten ein Brutparadies. Vielerorts werden Mückenschutzmittel knapp. Doch woraus bestehen die Sprays und Cremes eigentlich?
  • 2

BerlinErst kam das Wasser, dann kamen die Mücken: Menschen in den von der Flut betroffenen Gebieten waren in den vergangenen Wochen gleich doppelt gestraft. Nach dem kalten Winter führten der relativ warme Sommer und das Hochwasser in vielen Regionen zu einer Massenbrut von Stechmücken, wie Johannes Ziegler vom Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin sagt. „Chemische Mittel zur kurzfristigen und großflächigen Bekämpfung von Mücken sind in Deutschland nicht mehr zugelassen, so dass schnell wirksame Maßnahmen in der jetzigen Akutphase nicht möglich sind“, heißt es in einer Mitteilung der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt vom Mittwoch. Deshalb müssen sich die Menschen selbst schützen. Vielerorts wurden Insektensprays knapp.

„Es ist wirklich extrem“, sagte eine Sprecherin des Mückenschutz-Fabrikats Anti-Brumm, „wir hatten vom ersten Tag des Hochwassers an sehr viele Nachfragen.“ Dass der Verbrauch in den Hochwasserregionen „außergewöhnlich hoch“ sei, bekam auch die Marke Autan zu spüren. Es könne lokal zu Engpässen kommen, hieß es. Dabei ist die Firma nach eigenen Angaben im Sommer auf zusätzlich erhöhten Bedarf eingestellt.

Doch mit was für Stoffen sprühen sich die Deutschen da eigentlich so fleißig ein? Nach Einschätzung von Monika Schäfer-Korting, Pharmakologin und Professorin der Freien Universität Berlin, gibt es drei gängige Substanzen. Sie sind unter verschiedenen Handelsnamen erhältlich - und je nach Wirkstoff und Konzentration in verschiedenen Ausführungen wie „forte“, „sensitiv“ oder „naturbasiert“.

„Seit langem als wirksam erwiesen hat sich zum Beispiel DEET“, sagt die Wissenschaftlerin. Die Substanz sei allerdings etwas weniger gut verträglich als andere Wirkstoffe. Sie soll nicht nur Stechmücken, sondern auch Zecken, Läuse oder Flöhe auf Abstand halten. Entwickelt wurde DEET 1946 von der US-Armee und kam rund zehn Jahre später in den Staaten in den Handel.

Völlig harmlos ist DEET allerdings nicht: Es könne zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen, in extrem seltenen Fällen auch zu Schädigungen des Nervensystems kommen, sagt Schäfer-Korting. „In manchen Produkten, die man hierzulande erhält, ist die DEET-Konzentration niedriger als bei Mitteln für die Tropen“, sagt Mediziner Ziegler. Für Aufenthalte dort werden Konzentrationen von 30 bis 50 Prozent empfohlen. „Das Tropenmittel wirkt deshalb nicht stärker, aber man muss seltener nachsprühen“, erläutert Ziegler.

Seite 1:

Was steckt eigentlich in Mückenschutzmitteln?

Seite 2:

Wirkstoffe aus der Malaria-Prophylaxe sollen Stiche vermeiden

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%