Barmer-Report 2013
Pflege wird immer teurer

Versicherte müssen immer mehr Geld für die Pflege selbst aufbringen. Wie der Pflegereport der Barmer GEK zeigt, ist der Eigenanteil in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Auch die Gesamtkosten legten zu.
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BerlinVersicherte müssen für die Pflege – bei gleichbleibenden Leistungen – immer mehr selbst zahlen. Das geht aus dem aktuellen Pflegereport der Krankenkasse Barmer GEK hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Demnach lag der monatliche Eigenanteil in der stationären Pflege bei Pflegestufe I 2011 im Durchschnitt bei 1380 Euro, bei Pflegestufe III bei 1802 Euro. Zum Vergleich: 2009 waren es je 1351 und 1791 Euro. Zehn Jahre davor, 1999, waren es noch 1039 und 1451 Euro. Demgegenüber blieben die Versicherungsleistungen in diesem Zeitraum konstant.

Das Problem sei, dass die Leistungen real immer weniger wert seien, sagte Professor Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen, Autor des Pflegereports. Denn die Gesamtkosten für die Heimpflege sei seit 1999 kontinuierlich gestiegen. Diese Zunahme werde dann mit höheren Eigenanteilen ausgeglichen. Rothgang forderte, die Versicherungsleistungen jedes Jahr anzupassen, um ihren Wertverlust zu verhindern.

Der Pflegereport zeigt außerdem, dass Reha-Maßnahmen oft schon angewandt werden, um Pflegebedürftigkeit zu verhindern oder zu lindern. Von den über 65-jährigen Pflegebedürftigen erhielten 15 Prozent bereits im Jahr vor Pflege-Eintritt eine medizinische Rehabilitation, wie aus dem Pflegereport hervorgeht.

„Der Grundsatz 'Reha vor Pflege' lebt“, erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Rolf Ulrich Schlenker. Die Autoren der Studie konnten der Krankenkasse zufolge aber Erfolge von Reha-Maßnahmen nicht eindeutig nachweisen.

Die ambulante Pflege gewinnt der Untersuchung zufolge an Bedeutung. Ambulante Dienste betreuten im Jahr 2012 fast 23 Prozent der pflegebedürftigen Menschen und damit so viele wie nie zuvor. Dagegen habe der Anteil der Heimpflege in den vergangenen Jahren stagniert und sei zuletzt leicht auf 28,8 Prozent gesunken.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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