Bericht
Weniger Anmeldungen für Organ-Warteliste

Etwa 24 Prozent weniger Anmeldungen zu Wartelisten für Spenderorgane sind in diesem Jahr eingegangen. Unterdessen forderten Patientenschützer professionellere Verfahren bei der Vergabe von Organen.
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HamburgDie Zahl der Neuanmeldungen zur Warteliste für Spenderorgane ist einem "Spiegel"-Bericht zufolge nach Angaben der zentralen Organvergabestelle Eurotransplant stark gesunken, allein in diesem Jahr um 24 Prozent.

Eurotransplant-Chef Bruno Meiser führt dies nicht auf weniger Erkrankungen zurück, sondern auf eine genauere Prüfung durch die Ärzte, wie der "Spiegel" berichtete. Es werde in den Kliniken "in den vorgeschriebenen interdisziplinären Konferenzen intensiver über jeden Patienten diskutiert", sagte Meiser dem Magazin.

Die Zahl der Organspender ging dem Bericht zufolge in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Das liege weniger an der nach den jüngsten Skandalen vermutlich gesunkenen Spendenbereitschaft der Bürger, sondern vielmehr an den Ärzten, sagte Meiser. Jede Organspende setze hochmotivierte Klinikärzte voraus, "diese Motivation ist dahingeschmolzen, nachdem die Ärzte gesehen haben, dass Transplantationsmediziner manipuliert haben.

Unterdessen forderten Patientenschützer professionellere Verfahren bei der Vergabe von Organen. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, zeigte sich in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag überzeugt, der Göttinger Prozess werde die Untauglichkeit der Prüfungs- und Überwachungskommission zeigen. Überwiegend nebenamtlich besetzt, seien diese Kommissionen schlicht überfordert. "Wir müssen die Überwachung in staatliche Hände legen", forderte Brysch. "Die Öffentlichkeit braucht wieder Vertrauen in ein hochsensibles System, das Menschenleben retten soll."

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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