Biotechnologie
Investoren fliegen auf Morphosys

Der deutsche Biotech-Star besiegelt die zweite Forschungs-Allianz innerhalb weniger Wochen - die US-Firma Celgene wird Partner und Aktionär. Die Börse jubelt. Dabei galt die Strategie der Firma lange als umstritten.
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FrankfurtLukrative Allianzen mit der Pharmabranche sind für deutsche Biotech-Firmen seit Jahren eher Mangelware. Umso bemerkenswerter erscheinen die jüngsten Erfolge der Münchener Morphosys AG: Innerhalb weniger Wochen konnte Morphosys-Chef Simon Moroney gleich zwei große Pharmadeals besiegeln.

Bereits Anfang Juni vereinbarte er eine Partnerschaft mit dem britischen Konzern Glaxo Smithkline für ein potenzielles Rheumamittel aus der Morphosys-Forschung, die Zahlungen von bis zu 445 Millionen Euro vorsieht. Mit dem amerikanischen Unternehmen Celgene, einem der führenden Hersteller von Krebsmedikamenten, vereinbarte Morphosys nun eine Allianz für die gemeinsame Entwicklung des Krebswirkstoffs MOR202, den die Morphosys AG gegen bestimmte Formen von Lymphdrüsenkrebs testet.

Und dieser Deal ist mit einem Gesamtvolumen von bis zu 628 Millionen Euro womöglich noch lukrativer. Celgene zahlt für die Rechte an dem Produkt direkt 71 Millionen Euro, übernimmt künftig zwei Drittel der Entwicklungskosten und zeichnet außerdem eine Kapitalerhöhung bei Morphosys im Volumen von 46 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere erfolgsabhängige Zahlungen und zweistellige Lizenzgebühren im Falle einer erfolgreichen Vermarktung. In einigen europäischen Ländern will sich Morphosys selbst am Vertrieb beteiligen.

Die Allianz leite damit die nächste Stufe der Unternehmensentwicklung ein , konstatiert Moroney. Auf jeden Fall festigt sie die Rolle von Morphosys als eine der wenigen großen Erfolgsgeschichten in der deutschen Biotech-Branche. Der Aktienkurs legte gestern um mehr als 15 Prozent zu und hievte die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf gut eine Milliarde Euro. Unter den deutschen Biotechfirmen ist nur Branchenpionier Qiagen noch mehr wert.

Celgene wird mit künftig gut vier Prozent Anteil zweitgrößter Aktionär bei Morphosys nach Novartis (mit rund sechs Prozent). Das US-Unternehmen gehört zu den großen Aufsteigern der amerikanischen Biotechbranche und avancierte 2012 zum weltweit drittgrößten Anbieter von Krebsmitteln.

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