Digital Health
Das Smartphone als Reha-Trainer

Mit Musik läuft es sich leichter – das wissen nicht nur Hobby-Sportler. Experten erforschen, wie Smartphone und Pulsgurt beim individuellen Training helfen können. Die Ergebnisse sind auch für Reha-Maßnahmen interessant.
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Die Entscheidung löste fast einen Aufstand aus: 2007 untersagten die Veranstalter den Teilnehmern des New Yorker Marathons das Musikhören. Denn nicht nur Spitzensportler wie Haile Gebrselassie oder Usain Bolt bereiten sich mit ihren Lieblingssongs auf ein schweres Rennen vor oder lassen sich davon gleich ganz über die anstrengende Strecke tragen. Auch viele Hobbysportler gehen lieber mit Musik Joggen oder Radfahren. Der richtige Song im Ohr lässt sogar Hanteltraining leichter von der Hand gehen – und sei es nur, weil der Sportler das eigene Keuchen nicht hört.

Auf dem Laufband kann die richtige Beschallung die Leistung um bis zu 15 Prozent steigern, wie der britische Sportpsychologe Costas Karageorghis herausfand. Der Forscher von der Londoner Brunel-Universität beschäftigt sich seit Jahren mit den Auswirkungen von musikalischer Untermalung auf die sportliche Leistung und die Bewegungen des menschlichen Körpers. „Musik sorgt dafür, dass das Bewusstsein die Anstrengung als weniger ermüdend empfindet, und sie bewirkt positive Gedanken“, sagt Karageorghis. Erschöpfungssymptome wie brennende Lungen, ein rasendes Herz oder Muskelschmerzen würden durch Musik ausgeblendet. Um bis zu zehn Prozent reduziere sie das Wahrnehmen der Anstrengung: Aus einer 66-minütigen Laufrunde würden so gefühlt 60 Minuten.

Dabei hängt die Wirkung stark davon ab, was gehört wird: Langsame, meditative Klänge – wie zum Beispiel asiatische Musik – können vor einem Wettkampf beruhigend wirken. Schnelle Rockrhythmen putschen auf, das Lieblingslied lässt Glücksgefühle aufkommen. Eine legale Droge ohne unerwünschte Nebenwirkungen, schwärmen manche Athleten.

Wissenschaftler hoffen nun, die positiven Wirkungen der Musik auf Psyche und Bewegungsapparat auch in der Gesundheitsprävention nutzen zu können. An der Fachhochschule St. Pölten unweit von Wien hat im Herbst das Zentrum für medienunterstützte Gesundheitsvorsorge (CARMA) seine Arbeit aufgenommen, in dem Physiotherapeuten und Experten für digitale Techniken Hand in Hand arbeiten. „Wir wollen Medieninhalte auch in Reha-Therapien einsetzen“, sagt Institutsleiter Hannes Raffaseder.

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