Erfolgreiche Behandlung
Ärzte entwickeln Mini-Dialyse-Gerät für Babys

Durch die Entwicklung einer speziell für Babys geeigneten Dialyse-Maschine ist es Ärzten in Italien gelungen, ein Neugeborenes zu retten. Andere Mediziner experimentieren bereits mit ähnlichen Modellen.
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LondonRund ein bis zwei Prozent aller im Krankenhaus behandelten Kleinkinder leiden an Nierenproblemen, für deren Behandlung eine Dialyse erforderlich werden kann. Ein Standard-Dialyse-Gerät an die Babys anzupassen, kann aber riskant sein, weil die Maschinen nicht immer genau justiert werden können. Ärzte in Italien haben daher eine Miniaturversion eines solchen Geräts entwickelt. Damit konnte im vergangenen Jahr ein neugeborenes Mädchen gerettet werden.

Die Entwicklung der Dialyse-Maschine und ihres ersten Patienten wurden in einer Studie beschrieben, die am Donnerstag online in der Fachzeitschrift „Lancet“ veröffentlicht wurde. Die Forschung wurde von einer italienischen Interessengruppe bezahlt. Die Kosten des Geräts betragen 35.000 Euro. Mit dem Apparat werden Giftstoffe aus dem Blut entfernt, wenn die Nieren dies nicht mehr tun können.

Das Mini-Dialyse-Gerät ist für Babys mit einem Gewicht von weniger als zehn Kilogramm vorgesehen. Entworfen wurde es von Dr. Claudio Ronco und seinen Kollegen am San Bortolo Krankenhaus in Vicenza. Nur wenige Wochen, nachdem die Maschine im vergangenen Sommer von europäischen Behörden lizenziert worden war, bekam die Gruppe bereits ihren ersten Patienten. Dabei handelte es sich um ein drei Tage altes Mädchen, das rund drei Kilo wog und an multiplem Organversagen litt.

„Ihre Eltern hatten bereits die Bestattung reserviert“, berichtete Ronco. Stattdessen wurde das Baby knapp einen Monat lang behandelt - mit Erfolg. Vor kurzem statteten das Mädchen und ihre Eltern Ronco einen Besuch ab. „Die Kleine schrie wie verrückt, weil sie hungrig war, aber es geht ihr großartig“, sagte Ronco. Das Kind habe leichte Nierenprobleme und benötige Vitamin-D-Ergänzungsmittel, aber sonst wachse es normal.

Seither wurden etwa zehn andere Babys europaweit mit dem Dialyse-Gerät behandelt. Zwar benötigten nur eine kleine Anzahl Babys eine Dialyse-Behandlung, erklärt die auf Kinder spezialisierte Nierenärztin Dr. Heather Lambert. „Doch sie könnte lebensrettend sein.“

Lambert und Kollegen am Great North Children's Hospital in Newcastle arbeiten bereits an einem ähnlichen Dialyse-Gerät. Andere Forscher haben mit Prototypen experimentiert.

Dr. Bethany Foster, Dozentin für Kinderheilkunde am Montreal Children's Hospital in Kanada, sagte, sie könne sich nicht vorstellen, dass das mit dem Mini-Gerät behandelte Baby „mit der derzeitigen Technologie überlebt hätte“. Foster war Co-Autorin eines begleitenden Kommentars zu der Veröffentlichung in der Fachzeitschrift. Zugleich mahnte sie Ärzte zur Vorsicht bei der Behandlung von sehr kleinen Babys. „Wir müssen aufpassen, dass wir Dinge nicht einfach tun, weil wir es können“, sagte sie.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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