Expertin für Patientensicherheit
„Nicht Schuldige suchen, sondern Lösungen finden“

Der Albtraum eines jeden Patienten: Behandlungsfehler. Das Bündnis Patientensicherheit will diese vermeiden. Im Interview erklärt die Vorsitzende, wo die Probleme liegen und warum es keine einfachen Lösungen gibt.
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Wer in eine Klinik geht, will sich nicht zusätzliche Gesundheitsprobleme einhandeln. Doch oft passieren im medizinischen Ablauf Fehler. Seit 2005 widmen sich Ärzte, Pfleger und Experten im Aktionsbündnis Patientensicherheit dem Kampf dagegen. Warum es dabei keine einfache Therapie gibt, erklärt Hedwig François-Kettner, Pflegedirektorin an der Berliner Charité und Vorsitzende des Aktionsbündnis, im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Behandlungsfehler in Krankenhäusern sorgen in jüngster Zeit verstärkt für Schlagzeilen. Ist das Risiko für die Patienten gewachsen?

Hedwig François-Kettner: Ich glaube, dass vor allem genauer hingesehen wird. Immer mehr Einrichtungen investieren schließlich auch in die Patientensicherheit und richten beispielsweise anonyme Systeme ein, mit denen kritische Ereignisse gemeldet werden können, so dass man daraus lernen kann.

Warum sollen Ärzte und Pfleger, die Fehler machen, dabei nicht mit Namen genannt werden?

Wir wollen nicht Schuldige suchen, sondern Lösungen finden. Dazu ist es wichtig, Schwächen im System zu identifizieren. Viele Fehler sind nicht einer einzigen Situation geschuldet, sondern passieren aufgrund einer Verkettung verschiedener Dinge.

Wo stecken typischerweise Probleme?

Selbst wenn ein Klinikum gute Abläufe hat, können Brüche entstehen, wenn der Patient ambulant oder etwa in einer Reha-Einrichtung weiterbehandelt wird. Probleme kann es etwa beim Krankentransport geben, durch einen fehlenden Arztbrief oder durch mangelnde Anleitung des Patienten in einer neuen Situation.

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