Funktionskleidung für Sportler
Abkühlen statt aufwärmen

Bei der WM in Brasilien kommen die Fußballprofis mächtig ins Schwitzen – und das nicht nur wegen der kräftezehrenden Spiele, sondern auch wegen der Hitze im Gastgeberland. Die Gelegenheit für Hersteller von kühlender Sportkleidung.
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Für „drei Tage in die Eistonne“ wünschte sich Per Mertesacker nach dem schweißtreibenden Spiel gegen Algerien im WM-Viertelfinale. Was so beiläufig daher gesagt klingt, ist tatsächlich längst Praxis im Profisport: Vor, während und nach dem Spiel gehört das systematische Kühlen der Sportler längst zum Standardprogramm – umso mehr im tropischen Klima des diesjährigen WM-Gastgeberlandes.

Am nördlichsten der zwölf Spielstätten in Manaus etwa bedarf es keiner besonderen sportlichen Anstrengung, um ins Schwitzen zu kommen. Die ganzjährig rund 30 Grad und die hohe Luftfeuchtigkeit von bis zu 85 Prozent in der Amazonasregion machen das nördlichste der zwölf WM-Stadien zu der heißesten Herausforderung für die Nationalspieler. „Der Körper muss enorm viel Energie aufwenden, um Hitze auszugleichen“, sagt Claudia Renner von E.Cooline. Das Unternehmen aus Ulm ist auf kühlende Funktionskleidung spezialisiert – und die ist für Sportler nicht nur bei der WM interessant.

Die von Mertesacker gewünschte Eistonne in der Halbzeitpause am Spielfeldrand ist kaum praktikabel, und die Industrie hat sich Alternativen einfallen lassen. E.Cooline etwa setzt auf ein dreidimensionales Vlies, und auf die Technologie vertraut auch die Schweizer Nationalmannschaft. Die Spieler setzen auf die Kühlwesten, -stirnbänder und –T-Shirts von E-Cooline. Das mehrschichtige Gewebe soll dem Hersteller zufolge mit etwa einem Liter Wasser getränkt werden, das wenigen Sekunden gespeichert wird. Nach einer Minute kann der Sportler die Kühl- über seiner normalen Kleidung tragen ohne, dass diese nass wird. Der Vlies arbeitet dann nach demselben Prinzip wie der Körper: Je höher die Temperatur, je stärker die kühlende Verdunstung. Bis zu 20 Stunden soll die Wirkung anhalten, verspricht Renner: „Wird die Weste morgens aktiviert, erfüllt sie mittags im Wettkampf noch genauso ihre Funktion.“

Den Härtetest in Manaus hat die Kühlkleidung von E-Cooline bestanden. Die Schweiz feierte in der Arena Amazônia im Norden Brasiliens ein 3:0 gegen Honduras. Doch Kühlung hin oder her – über das Achtelfinale hinaus hat es die Schweizer Nationalmannschaft nicht geschafft. „Wenn die den Ball an der Mittellinie verlieren, können wir auch nichts machen“, sagt Renner. „Wir können in Sachen Kondition helfen, spielen müssen sie schon selbst.“

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Abkühlen statt aufwärmen

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