Gesundheitsbranche
Bezahlt wird nur, wenn die Qualität stimmt

Auf der Handelsblatt-Tagung "Health 2013" machten Fachleute deutlich: Auf die Anbieter im Gesundheitsmarkt kommen neue Anforderungen zu. Davon werden auch die Krankenhäuser stärker betroffen sein als bisher.
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BerlinDie Pharmabranche ist mit dem Phänomen bereits bestens vertraut: Die Kostenträger im Gesundheitswesen stellen zusehends höhere Anforderungen an Qualität und Nutzen von neuen Medikamenten - und haben damit das Wachstumspotenzial der Branche gebremst.

Auf eine ähnliche Entwicklung müssen sich in den nächsten Jahren offenbar auch andere Akteure in der Gesundheitsindustrie einstellen. Das machten Fachleute auf der diesjährigen Handelsblatt-Jahrestagung Health in Berlin deutlich. Für einen deutlich wachsenden Qualitätsdruck im Gesundheitsgeschäft dürften sowohl politische als auch privatwirtschaftliche Initiativen sorgen. Neben der Pharma- und Medizintechnikindustrie werden davon auch die Krankenhäuser in stärkerem Maße als bisher betroffen sein.

Der gerade ausgehandelte Koalitionsvertrag rückt die Qualität der medizinischen Versorgung wesentlich stärker als bisher in den Vordergrund. Deutlich umfangreichere Aufgaben in der Qualitätssicherung soll insbesondere der Gemeinsame Bundesausschuss von Krankenkassen und Ärzteschaft (GBA) übernehmen, der sich in dieser Hinsicht bisher in erster Linie mit dem Pharmabereich auseinandersetzt. So ist nach Angaben des GBA-Vorsitzenden Josef Hecken unter anderem die Gründung eines neuen Instituts geplant, das Grundlagen für eine bessere Qualitätssicherung, insbesondere im Bereich der stationären Versorgung, erarbeiten soll. Der GBA gilt als oberstes Organ der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen. Er entscheidet im Auftrag des Gesetzgebers unter anderem über die Leistungsansprüche der rund 70 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen und hat dadurch erheblichen Einfluss auf die konkrete Umsetzung von gesundheitspolitischen Entscheidungen.

Auf der Grundlage des Arzneimittelmarkt-Neuordnungs-Gesetzes (Amnog) hat der GBA in den letzten Jahren vor allem seinen Einfluss auf den Arzneimittelmarkt stark ausgeweitet. So entscheidet der Ausschuss auf Basis des Amnog seit drei Jahren über den Zusatznutzen von neuen Medikamenten. Diese Bewertung ist Basis für Preisverhandlungen der Krankenkassen mit den Pharmaherstellern. Bewertet werden die Arzneimittel dabei im Auftrag des GBA vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Künftig sollen nach Plänen des GBA Qualitätsgesichtspunkte auch in die Krankenhausplanung mit einbezogen werden. Es werde verbindliche Strukturvorgaben für Krankenhäuser geben. Häuser, die diese Vorgaben nicht erfüllen, sollen danach ihre Vergütungsansprüche verlieren. Zudem wolle man sich bei der Vergütung von Krankenhausleistungen stärker in Richtung des Grundsatzes "Pay for Performance", das heißt in Richtung einer qualitätsabhängigen Vergütung bewegen. "Das Problem besteht indessen darin, dass bisher keiner so recht weiß, wie man Performance messen kann", so Hecken.

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Drastische Ergebnisse bei einer Qualitätsstudie

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