Glukose-Check
Blutzucker unter Kontrolle

CGM-Systeme warnen Diabetiker, wenn ihr Blutzuckerspiegel entgleist. Ein Plus an Sicherheit – doch die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in Ausnahmefällen.
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Am 28. September 2012 fuhr Boris Vukcevic, Bundesligaspieler bei der TSG 1899 Hoffenheim, mit dem Auto in einen entgegenkommenden LKW, zog sich schwerste Verletzungen zu und lag sieben Wochen im Koma. Unfallursache: Eine Unterzuckerung. Hans-Joachim Walther hat das Gleiche erlebt – glücklicherweise mit glimpflicherem Ausgang. Der bekennende Fußballfan aus Barsbüttel bei Hamburg ist wie Fußballprofi Boris Vukcevic Typ-1-Diabetiker.

Für die rund 300.000 Menschen, die in Deutschland unter dieser Form der Zuckerkrankheit leiden, sind Unterzuckerungen nichts Außergewöhnliches. Denn um Herzinfarkt, Schlaganfall, und andere Folgeerkrankungen zu verhindern, zielt die notwendige Behandlung mit dem blutzuckersenkenden Hormon Insulin darauf ab, den Spiegel des Hauptenergielieferanten Glukose so niedrig wie möglich zu halten. „Damit wächst zwangsläufig das Risiko für Unterzuckerungen“, weiß Jens Kröger vom Zentrum für Diabetologie in Hamburg.

Am empfindlichsten reagieren die Hirnzellen auf eine unzureichende Glukoseversorgung. Deshalb kann eine ausgeprägte Hypoglykämie, so der medizinische Fachbegriff, zu Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen oder sogar zum Tod führen. Allerdings kündigt sich der Zuckermangel normalerweise vorher an – mit Symptomen wie Unruhe, Schwitzen, Heißhunger und weichen Knien.

Als sein Diabetes 1982 festgestellt wurde, war das auch bei Hans-Joachim Walther so. Mit der Zeit spürte er aber immer weniger, wenn sein Blutzuckerspiegel sich im Sinkflug befand. „Ich bin regelmäßig wegen Unterzuckerungen zusammengeklappt, über viele Jahre hinweg und in den verschiedensten Situationen“, berichtet Walther. Manchmal kam er erst im Rettungswagen wieder zu sich, mit einer Glukoseinfusion im Arm.

Inzwischen ist das Vergangenheit. Seit Anfang 2012 besitzt der 56-Jährige ein CGM-System. CGM steht für Continuous Glucose Monitoring - kontinuierliche Glukosemessung. Kernstück ist eine winzige Sensorelektrode, die mit einer Setzhilfe vom Patienten selbst ins Unterhautfettgewebe gelegt wird und dort bis zu 1400 Mal am Tag die Glukosekonzentration misst.

Ein auf der Haut fixierter Sender, der mit dem Sensor verbunden ist, überträgt die Daten per Funk an ein kleines Anzeigegerät oder – bei mit einer Insulinpumpe kombinierten CGM-Systemen – auf das Display der Pumpe. Auf dem Monitor kann der Diabetiker seinen aktuellen Glukosewert sehen oder Zuckerverlauf der letzten 24 Stunden als Kurve aufrufen. Außerdem lässt sich ein oberer und ein unterer Grenzwert einstellen lässt. Wird er über- beziehungsweise unterschritten, schlägt das System Alarm – und warnt Diabetes-Patienten wie Hans-Joachim Walther, wenn ihnen eine Über- oder Unterzuckerung droht.

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