Hilfe im hohen Alter
Alte Menschen gehen zu selten in Psychotherapie

Nicht mehr mobil oder auf die Hilfe anderer Leute angewiesen zu sein sorgt bei vielen älteren Menschen für psychische Probleme. Doch in psychotherapeutische Behandlung begeben sich nur wenige.
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HamburgAlte Menschen kommen nach Ansicht des Hamburger Psychiaters Reinhard Lindner viel zu selten in psychotherapeutische Behandlung – etwa wegen Depressionen oder einer Angststörung. „Gerade Hochbetagte über 75 Jahre bleiben häufig unbehandelt“, sagte Lindner. „Viele können sich gar nicht vorstellen, dass Psychotherapie auch im hohen Alter hilft – aber es ist so.“

Zu psychischen Beeinträchtigungen könne etwa führen, nicht mehr mobil oder auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Häufig kämen auch Traumata aus der Kindheit oder Jugend im Zweiten Weltkrieg wieder hoch. „Die um die 80-Jährigen haben eine Kindheit im Faschismus hinter sich, eine Kriegskindheit, zum Teil auch die Erfahrung von Vergewaltigungen. Die aktuellen Probleme haben immer auch mit der Lebensgeschichte zu tun.“

Viele Hochbetagte hätten traditionelle Vorstellungen vom Alter als „etwas Erstarrendem“, erklärte der Psychiater: „Da ist erstmal nicht die Idee da, in eine Psychotherapie-Praxis zu kommen.“ Manche hätten Angst, beim Besuch eines Therapeuten für verrückt erklärt zu werden.

Auch die Bedingungen könnten ein Hemmnis sein: „Wie kriege ich einen Psychotherapeuten in ein Pflegeheim? Oder umgekehrt einen alten Menschen in eine Praxis im vierten Stock?“ Bei diesen Patienten könne es sinnvoll sein, wenn der Therapeut zu ihnen nach Hause kommt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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