Implantate aus Polen
Der Trend zum Zahntourismus

Zahnkronen, Brücken oder Implantate: Behandlungen im Ausland sind oft günstiger. Immer mehr Patienten entscheiden sich deswegen außerhalb der Heimat – und der Trend dürfte steigen.
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Matthias Berke ließ sich in Polen vier Implantate einsetzen. „An meinem Wohnort Brandenburg“, sagt der 54-jährige technische Berater eines Call Centers, „hätte ich fast dreimal soviel dafür bezahlt.“ 

Wie der Patient Berke entscheiden sich viele Deutsche für Zahnkronen, Brücken oder Implantate aus dem Ausland. Der Trend wird vermutlich steigen, wie aus einer Studie der Techniker Krankenkasse (TK) hervorgeht, denn 34 Prozent der Versicherten, die noch keine Behandlung bei Zahnärzten im Ausland in Anspruch genommen haben, können sich durchaus vorstellen, dies in Zukunft zu tun.

Anders als noch vor einigen Jahren, als Qualitätsmängel ein erhebliches Risiko darstellten, gilt heute, „dass ausländischer Zahnersatz nicht schlechter sein muss als der Zahnersatz, der hierzulande hergestellt wurde“, so die Kassenzahnärztliche Vereinigung Berlin auf ihrer Internetseite zum Thema Zahntourismus.

Einige Krankenkassen haben bereits auf die Nachfrage ihrer Patienten nach günstigen Zahnbehandlungen im Ausland reagiert und arbeiten aktiv mit Zahnärzten aus Osteuropa zusammen. So hat die TK sechs ausländische Zahnarztkliniken unter Vertrag: „Unsere Partner in Ungarn und Polen können aufgrund geringerer Löhne und Lohnnebenkosten einen Preisvorteil bieten,“ sagt Michael Ihly von der TK, „die verwendeten Materialien sind dabei ebenso hochwertig wie in Deutschland.“ Von der Qualität ihrer Vertragspartner hat sich die Kasse vor Ort überzeugt.

Für viele Patienten ist auch die Möglichkeit verlockend, während des Urlaubs in Spanien oder Portugal zum Zahnarzt zu gehen. Denn Kronen, Brücken und Implantate sind dort ebenfalls oft günstiger als in Deutschland: So vertreibt beispielsweise der  Unternehmer Roland Höhne Implantataufbauten, die er in Deutschland herstellen lässt. Von seinem Firmensitz Madrid aus kann er sie für die Hälfte des Preises verkaufen. Der Grund dafür: In Spanien gibt der Unternehmer wesentlich weniger Geld für die medizinische Zulassung aus.

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