Internationaler Tag der Freundschaft

"Wer gute Freunde hat, lebt etwa 20 Jahre länger"

Am heutigen Mittwoch ist Tag der Freundschaft: Ein Experte erläutert, wie viele Freunde man eigentlich nur haben kann und warum Freundschaften so wertvoll für die Gesundheit sind.
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Freundschaften sind nicht nur für Kinder wichtig: In jedem Alter machen sie Menschen seelisch stabiler. Quelle: dpa

Freundschaften sind nicht nur für Kinder wichtig: In jedem Alter machen sie Menschen seelisch stabiler.

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Seelenverwandte, Busenfreundin oder einfach nur Kumpel: Freundschaften gibt es viele. Wirklich gute Freunde aber sind selten. Wolfgang Krüger, Freundschaftsforscher aus Berlin, erläutert zum Internationalen Tag der Freundschaft am 30. Juli im Interview, warum das so ist.

Herr Krüger, was macht eigentlich einen guten Freund aus?
Ein guter Freund ist jemand, dem man absolut vertrauen kann, dem man möglichst alles erzählen kann, auch über Ängste, Schwächen, peinliche Situationen. Und ein Freund ist absolut verlässlich. Wenn man in irgendeiner Krise ist und Unterstützung braucht - die Freunde, die da übrigbleiben, das sind die richtigen Freunde.

Wann kann ich jemanden überhaupt einen Freund nennen?
Das Prädikat der Freundschaft haben eigentlich nur die Beziehungen, wenn es richtig um Herzens-Freundschaften geht. Das sind die Beziehungen, wo emotional auch eine große Innigkeit entsteht. Das sind auch die Beziehungen, die am längsten halten. Innerhalb von sieben Jahren scheitern 50 Prozent der Freundschaften. Und es scheitern vor allem Durchschnitts-Freundschaften, während die Herzens-Freundschaften oft lebenslang stabil sind.

Wie kann man dafür sorgen, dass eine Freundschaft besonders lange hält?
Freundschaft ist eine Kunst, in die man sehr viel investieren muss - um die Freundschaft lebendig zu halten. Um Interesse zu haben, um zu spüren, wo stecken die Freunde in ihrem Leben jetzt, wo kann ich sie unterstützen. Und wenn ich das mache, und das auch als Herausforderung sehe, dann habe ich gute Freundschaften.

Und wo findet man die wertvollsten Freundschaften?
Normalerweise braucht man dazu irgendein Lebensumfeld, in dem man ähnliche Interessen hat. Aber man muss eines sagen: Freundschaften sind immer handverlesen, es ist wie die Suche nach einem Diamanten. Das heißt, ich stelle bei Freundschaften eine ganz persönliche Beziehung her und es ist wirklich Glückssache, Freunde zu finden. Jeder von uns hat höchstens drei wirklich gute Freundschaften. Also Freundschaften haben Seltenheitswert.

Bei Facebook und Co. kann man auch Freundschaften schließen. Welchen Wert haben solche Freundschaften?
Zunächst ist die gesamte Technik - also Facebook, E-Mails, Internet - für Freundschaften eine große Erleichterung, um Kontakt herzustellen. Aber ich muss Freunde gelegentlich auch persönlich sehen. Das heißt, ich muss sie riechen können, ich brauche die körperliche Anwesenheit. Und wenn man ständig im Internet Leuten schreibt, da kann man mit vielen Leuten zusammen sein - aber Freundschaften im eigentlichen Sinne sind das nicht.

Große Innovationen der Medizintechnik
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Die Entdeckung der „X-Strahlen“ im Jahr 1895 führten den deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen zum Nobelpreis. Seine revolutionäre Entdeckung machte er nur zufällig bei einem Experiment mit einer Kathodenstrahlröhre. Ein Jahr später, 1896, bauten die Niederländer Heinrich Hoffmans und Lambertus van Kleef in Maastricht eines der ersten Röntgengeräte.

Arztpraxen werden auf Fehler durchleuchtet
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Der erste Herzschrittmacher wurde 1958 bei einem Patienten in Stockholm eingesetzt, nachdem es gelang ein Gerät zu entwickeln, das klein genug war. Damals mussten die Herzschrittmacher allerdings noch täglich extern neu aufgeladen werden. Heute halten sie viele Jahre, bevor ihre Batterien ausgetauscht werden müssen.

Schlaganfall bei Kindern
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Der Magnetresonanztomograph, kurz MRT, hilft Ärzten dabei, sich die Organe eines Patienten ohne eine Operation ansehen zu können. Zunächst verbreitete sich die Technik in den Bereichen der Physik und Chemie. Abgebildet wurden beispielsweise flüssigkeitsgefüllte Modelle. Ab Mitte der 1970er Jahren wurde die Technik auch für die Untersuchung von Menschen genutzt. 1981 wurde die Kernspintomographie schließlich klinisch eingeführt.

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Bei den Fortschritten im Bereich der MR-Tomographie geht es vor allem darum, bei den Patienten Stress und Ängste zu reduzieren. Eine neue Technologie macht die Untersuchung des Kopfes in der Röhre nahezu lautlos – und das bei hoher Bildqualität. Das dumpfe laute Klopfen, das mit bis zu 120 Dezibel die Lautstärke eines startenden Düsenflugzeugs erreichen kann, weicht einem kaum noch wahrnehmbaren Geräusch.

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Patienten können sich heute sogar ihre eigene Entspannungswelt aufbauen: Mit Hilfe eines über einen Tablet-PC steuerbaren Systems werden während der MR-Tomographie beruhigende Naturaufnahmen an der Zimmerdecke gezeigt, dazu kommen Musik und Lichtfarben. Das Spektrum reicht vom gemütlichen Platz am Kamin über die Südseeinsel Tahiti bis hin zum Comic für Kinder – was auch immer dem Patienten am besten dabei hilft, den Stress zu reduzieren.

Berlin, Arzt beurteilt Roentgen-und CT-Aufnahmen
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In den 1960er Jahren arbeitete der britische Elektrotechniker Godfrey Hounsfield an der Entwicklung der ersten Prototypen für die Computertomographie, bei der Röntgenstrahlen das Körpergewebe durchdringen und dreidimensionale Computerbilder produzieren. Die erste CT-Aufnahme an einem Menschen erfolgte schließlich im Jahr 1971. Und schon ein Jahr später entschied sich das Londoner Atkinson Morley Hospital für eine Anschaffung des ersten kommerziellen Gerätes.

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Mathematik ist in der CT-Bildgebung der Schlüssel zu besserer Bildqualität - aber auch zur Dosisreduktion. Die sogenannte modellbasierte iterative Rekonstruktion, ein mathematisches Verfahren zur Auswertung der Bilddaten, ist ein wichtiger technischer Meilenstein, den bis heute nur ein Hersteller vollzogen hat.

Für die Strahlendosis eines CT-Unterbauchscans fallen mit dieser Technik lediglich 0,2 Millisievert (mSv) an. Zur besseren Verdeutlichung: Auf einem Langstreckenflug von Berlin nach New York ist ein Passagier einer natürlichen Umgebungsstrahlung von 0,032 – 0,075 mSv ausgesetzt. 

* 1 Flug entspricht durchschnittlich 0,06 mSv (Helmholtz-Center)
** mit VEO, gemäß EUR - 16262 EN

Warum ist Freundschaft denn überhaupt so wichtig?
Das größte Problem, das wir im Leben haben, ist Einsamkeit. Und wir brauchen dieses soziale Dorf, damit wir von außen Bestätigung haben. Damit Menschen da sind, die uns im Grunde tragen. Wir wissen, dass, wenn wir gute Freundschaften haben, wir seelisch erheblich stabiler sind. Wer gute Freunde hat, lebt etwa 20 Jahre länger.

Zum Internationalen Tag der Freundschaft am 30. Juli: Was wäre da eine schöne Geste für einen Freund oder eine Freundin?
Wenn ich Freunde habe, schon seit 10, 20, 30 Jahren, warum teile ich dem Freund nicht mal mit, welche Eigenschaften es sind, die mir an ihm gefallen. In einer Liebesbeziehung schreiben wir gelegentlich Liebesbriefe. Warum schreibt man nicht Freundesbriefe, in denen ich dem Freund mitteile, das gefällt mir. Das sind fünf Eigenschaften, die finde ich an dir toll.

ZUR PERSON: Der Diplom-Psychologe Wolfgang Krüger (66) arbeitet als Psychotherapeut in Berlin. Seit über 30 Jahren beschäftigt er sich mit den Themen Freundschaft und Beziehung. Über seine Forschungen und Studien veröffentlichte der Freundschafts-Experte diverse Artikel in Fachzeitschriften. Er ist Autor mehrerer Ratgeberbücher.

  • dpa
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