Kaputt im Job
Rekord bei Frühverrentungen

Druck, Stress, Mobbing – Zehntausende Arbeitnehmer leiden unter dem Job so stark, dass sie ausscheiden müssen. Immer mehr gehen in Frührente wegen psychischer Krankheiten. Die Geschichte einer Misere.
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Fast 40 Jahre hatte Werner T. als Koch, Küchenchef und Ausbilder gearbeitet. Dann war seine Kraft am Ende. „Da waren viele Sachen, die da zusammengekommen sind, Druck, Mobbing“, sagte der damals 59-Jährige in einer NDR-Reportage. Nach einigen Wochen in einem Reha-Zentrum der Deutschen Rentenversicherung musste er wieder an seinen Arbeitsplatz und brach zusammen. Kaputt im Job – 75.000 Menschen kamen zuletzt pro Jahr wegen Depressionen und anderer psychischer Krankheiten in Deutschland in Frührente, mehr als je zuvor. Das Durchschnittsalter: 49 Jahre.

Bei Werner T. folgte zunächst ein längerer Psychiatrieaufenthalt. Auch danach blieb er arbeitsunfähig – dann unterschrieb er den Antrag auf Erwerbsminderungsrente. „Es war ein Schritt zu sagen: Ich geb' jetzt auf.“

Schicksale dieser Art häufen sich. Zwischen 2000 und 2006 gab es jährlich noch rund 50.000 Frühverrentungen wegen psychischer Leiden, seither klettern die Zahlen. Ist es eine unabänderliche Entwicklung – wegen des Stresses in der Arbeitswelt, ständiger Erreichbarkeit, Konkurrenzdruck?

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