Krankenhausreport
Herz-OPs mit Stents legen deutlich zu

Die Zahl der gesetzten Stents hat sich in den vergangenen Jahren mehr als verdreifacht. Der Krankenhausreport lässt offen, ob die vergleichsweise geringen Kosten oder medizinische Notwendigkeit Grund für den Anstieg sind.
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BerlinBereinigt um demografische Effekte ist die Zahl der Patienten, die wegen verengter Herzkranzgefäße ins Krankenhaus müssen, seit 2005 um ein Viertel gesunken. Trotzdem finden immer mehr Eingriffe statt, mit deren Hilfen die verengten Gefäße durch mit Medikamenten beschichtete Hohlkörper, sogenannte Stents, geweitet werden.

Um 227 Prozent wuchs die Zahl dieser Eingriffe seit 2005 nach den Daten des aktuellen Krankenhausreports der Barmer Ersatzkasse. Für den Vizechef der Barmer, Rolf-Ulrich Schlenker, Grund genug, die Frage zu stellen, „ob sich dieser Zuwachs medizinisch begründen lässt oder der Preis die Menge der Eingriffe beeinflusst“.

Auffällig ist, dass der mit Medikamenten beschichtete Stent mit Kosten pro Fall von mehr als 5000 Euro andere, auch teurere Eingriffe verdrängt hat. So verzeichneten demografiebereinigt Bypass-Operationen (19.000 Euro pro Fall) einen Rückgang um rund ein Viertel. Dadurch allein lässt sich jedoch nicht erklären, warum sich die Eingriffe mit beschichteten Stents mehr als verdoppelt haben.

Studienautorin Eva Maria Bitzer vermutet, dass Herzkranke, die früher wegen anderer Erkrankungen am Herzen nicht behandelt wurden, heute einen Stent erhalten. Dabei galt bislang als Vorzug beschichteter Stents die geringe Komplikationsrate - ein womöglich unberechtigter Ruf. Laut Barmer-Report muss nämlich jeder Fünfte binnen Jahresfrist nachoperiert werden. Die Folgekosten für die Krankenkassen hätten 2012 bei 3,3 Milliarden Euro gelegen, inklusive der Nachoperationen im ersten Jahr nach dem Eingriff.

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