Längere Lebensarbeitszeit Betriebsärzte fordern mehr Prävention

Durch die Rente mit 67 steigt die Zahl älterer Beschäftigter in den Unternehmen. Doch damit die Menschen länger arbeiten können, muss die Gesundheitsvorsorge in Deutschland besser werden, sagen Betriebsärzte.
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Prävention fängt bei der Arbeit an: Fertigungsplatz für ältere Beschäftigte bei BMW. Quelle: dpa

Prävention fängt bei der Arbeit an: Fertigungsplatz für ältere Beschäftigte bei BMW.

(Foto: dpa)

BremenDie Unternehmen in Deutschland müssen sich mehr als bisher um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern, wenn die Belegschaften älter werden und die Lebensarbeitszeit steigt. Das fordert der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). „Es ist höchste Zeit, dass wir bei der Prävention vorankommen“, sagte der Präsident des Verbandes, Wolfgang Panter. Es gebe eine ganze Reihe von Unternehmen, die sich mit den Problemen noch nicht befasst hätten.

Panter schlug vor, analog zu Jugendschutzuntersuchungen für Berufsanfänger vergleichbare betriebsärztliche Untersuchungen auch für Erwachsene anzubieten. Jeder Arbeitnehmer solle die Möglichkeit bekommen, sich im Abstand von zehn Jahren untersuchen zu lassen, beginnend mit 35 Jahren.

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Weisheitszähne

Nur etwa fünf Prozent der Menschheit hat in ihrem Kiefer noch Platz für Weisheitszähne. Alle anderen müssen sich die dicken Backenzähne in einer schmerzhaften Operation entfernen lassen. In Zeiten, in denen die Zahnpasta noch nicht so populär war, fielen die Backenzähne der Menschen schneller aus. Da waren die später wachsenden Weisheitszähne ein willkommener Ersatz.

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Das dritte Augenlid

Die kleine Falte in der inneren Ecke des Auges ist ein Überbleibsel der Nickhaut. Diese transparente Abdeckung haben heute noch einige Vögel, Reptilien und Fische. Das Augenlid ist dazu da, das Auge zu schützen, und dabei weiter etwas sehen zu können. Das Überbleibsel bringt dem Menschen hingegen gar nichts.

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Die Mandeln

Das Gewebe im hinteren Hals filtert zwar Bakterien und Viren, dafür sind die Mandeln sehr anfällig für Entzündungen. Daher werden sie gerade Kindern oft entfernt. Glücklicherweise schrumpfen die Mandeln im Alter und entzünden sich nicht mehr so leicht.

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Männliche Brustwarzen

Die braucht wirklich niemand. Männer haben sie ausschließlich, weil alle Föten zunächst weiblich sind, bis das Y-Chromosom einknickt und das Baby zum Jungen macht. Die Brustwarzen bleiben dennoch zurück.

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Blinddarm

Auch wenn er häufig als nutzlos betrachtet und bei einer Entzündung sofort entfernt wird - einige Studien zeigen, dass der Blinddarm vielleicht gar nicht so nutzlos ist, wie zunächst gedacht. Er könnte ein wichtiger Ort für die Ablagerung vorteilhafter Bakterien sein, die nach einer Krankheit helfen, den Darm wieder auf Vordermann zu bringen.

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Das Steißbein

Am Ende unserer Wirbelsäule liegen drei bis Fünf Rückenwirbel eng aneinander gepresst. Sie sind die rudimentären Überbleibsel eines Schwanzes. Heute hat das Steißbein keine Funktion mehr.

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Rippenspeer

Die meisten Menschen besitzen zwölf Rippenpaare. Doch bei einigen Personen wurde ein weiteres Paar im Nackenbereich ausgebildet. Bei Schimpansen und Gorillas ist das noch normal.

Einer Umfrage zufolge wünschen sich die meisten Beschäftigten spezielle Angebote für ältere Beschäftigte. 86 Prozent der Befragten finden arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll, 82 Prozent wünschen sich spezielle Seminare, 80 Prozent halten Sport- und Fitnessangebote für ältere Arbeitnehmer für sinnvoll.

Die Ausgaben für Gesundheitsvorsorge müssen nach Überzeugung des VDBW von aktuell rund 250 Millionen Euro – 0,02 Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenkassen – auf mindestens 1 Prozent erhöht werden. „Wir sehen die Notwendigkeit, die Krankenkassen stufenweise zu einer deutlichen Erhöhung gesetzlich zu verpflichten“, sagte Panter.

Der Gesundheitszustand junger Menschen am Anfang des Berufslebens habe sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. „Der Body-Mass-Index geht rauf, die körperliche Leistungsfähigkeit geht runter, die Koordinierungsfähigkeit wird schlechter.“ Das sei ein gesellschaftlich negativer Trend. Bei vielen Beschäftigten komme es deswegen schon früh zu Diabetes, Stoffwechselstörungen oder Kreislaufproblemen.

  • dpa
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