Längere Lebensarbeitszeit
Betriebsärzte fordern mehr Prävention

Durch die Rente mit 67 steigt die Zahl älterer Beschäftigter in den Unternehmen. Doch damit die Menschen länger arbeiten können, muss die Gesundheitsvorsorge in Deutschland besser werden, sagen Betriebsärzte.
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BremenDie Unternehmen in Deutschland müssen sich mehr als bisher um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern, wenn die Belegschaften älter werden und die Lebensarbeitszeit steigt. Das fordert der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). „Es ist höchste Zeit, dass wir bei der Prävention vorankommen“, sagte der Präsident des Verbandes, Wolfgang Panter. Es gebe eine ganze Reihe von Unternehmen, die sich mit den Problemen noch nicht befasst hätten.

Panter schlug vor, analog zu Jugendschutzuntersuchungen für Berufsanfänger vergleichbare betriebsärztliche Untersuchungen auch für Erwachsene anzubieten. Jeder Arbeitnehmer solle die Möglichkeit bekommen, sich im Abstand von zehn Jahren untersuchen zu lassen, beginnend mit 35 Jahren.

Einer Umfrage zufolge wünschen sich die meisten Beschäftigten spezielle Angebote für ältere Beschäftigte. 86 Prozent der Befragten finden arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll, 82 Prozent wünschen sich spezielle Seminare, 80 Prozent halten Sport- und Fitnessangebote für ältere Arbeitnehmer für sinnvoll.

Die Ausgaben für Gesundheitsvorsorge müssen nach Überzeugung des VDBW von aktuell rund 250 Millionen Euro – 0,02 Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenkassen – auf mindestens 1 Prozent erhöht werden. „Wir sehen die Notwendigkeit, die Krankenkassen stufenweise zu einer deutlichen Erhöhung gesetzlich zu verpflichten“, sagte Panter.

Der Gesundheitszustand junger Menschen am Anfang des Berufslebens habe sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. „Der Body-Mass-Index geht rauf, die körperliche Leistungsfähigkeit geht runter, die Koordinierungsfähigkeit wird schlechter.“ Das sei ein gesellschaftlich negativer Trend. Bei vielen Beschäftigten komme es deswegen schon früh zu Diabetes, Stoffwechselstörungen oder Kreislaufproblemen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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