Landärztemangel
In der Zeitschleife

Der Gesundheitsminister ist neu. Doch seine Rezepte sind die alten. Und die haben schon zuvor unter Philipp Rösler nicht wirklich funktioniert.
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Und täglich grüßt das Murmeltier. In der Filmkomödie von 1993 wacht Bill Murray in der Rolle eines zynischen Fernsehmoderators jeden Morgen aufs Neue in einer US-amerikanischen Kleinstadt auf, um den Tag des Murmeltiers zu kommentieren. Er verzweifelt von Tag zu Tag mehr.

In einer ähnlichen Zeitschleife gefangen kann sich fühlen, wer dem neuen Gesundheitsminister Hermann Gröhe zuhört. In seinem ersten Interview verspricht der ehemalige CDU-Generalsekretär, energisch den drohenden Ärztemangel auf dem Land zu bekämpfen. Er wolle mit den Wissenschaftsministern der Länder reden, ob nicht der Zugang zum Medizinstudium für Leute erleichtert werden könnte, die sich verpflichten, erst einmal eine Landpraxis zu übernehmen.

Nahezu dasselbe hat vor vier Jahren schon einmal einer verkündet: Philipp Rösler. Der erste FDP-Bundesgesundheitsminister wollte die Länder sogar zu einer Landarztquote an den Unis für die Medizinstudenten bewegen, die sich dazu verpflichten, ihre ersten fünf Jahre als Kassenarzt auf dem Land zuzubringen. Für sie sollte der Numerus clausus wegfallen. Jetzt schon wieder dasselbe?

Das fühlt sich in der Tat an, als wäre schon wieder Murmeltiertag. Denn immerhin hat Rösler seit damals die ärztliche Bedarfsplanung in seinem Versorgungsstrukturgesetz völlig neu geordnet, eine Reihe von Honorarvergünstigungen für Landärzte eingeführt und der KBV aufgegeben, mit den Krankenkassen eine bessere Förderung der Ausbildung zum Allgemeinmediziner zu vereinbaren.

Die Wahrheit ist leider, dass die so vollmundig als Lösung des Problems des drohenden Ärztemangels annoncierte Gesetzgebung den versprochenen Erfolg nicht gebracht hat. Das Nebeneinander von ärztlicher Überversorgung in den Ballungszentren und dem Ärztemangel auf dem Land ist nach wie vor Realität. Als wären nicht vier Jahre vergangen, grüßt immer noch das Landarztproblem.

Das Murmeltier wurde Bill Murray im Film los, als er seinen zynischen Charakter geläutert und sich in Rita verliebt hatte. Ganz so einfach wird das für Gröhe mit dem Landärztemangel nicht werden. Da müssen noch ganz dicke Bretter gebohrt werden.

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