Medizinische Versorgung auf dem Land
Ärztemangel trotz finanzieller Anreize

Sie könnten auf dem Land mehr verdienen, bleiben aber trotzdem lieber in der Stadt: Trotz Vergütungsanreizen gibt es in ländlichen und strukturschwachen Regionen weiterhin zu wenig Ärzte.
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DüsseldorfTrotz höherer Verdienste ist die Arbeit in ländlichen Gebieten für Ärzte offenbar unattraktiv. So herrsche etwa in Sachsen-Anhalt eine Unterversorgung, obwohl die Umsätze von Fachärzten dort um 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt lägen, berichtete die "Rheinische Post" unter Berufung auf ein Gutachten des Gesundheitsforschungsinstituts Iges.

In Berlin dagegen erzielten niedergelassene Ärzte zwar deutlich geringere Verdienste. Dennoch gelte die Bundeshauptstadt als überversorgt. Dies zeige, "dass Vergütungsanreize nicht ausreichen, um das Problem der mangelnden Niederlassungsbereitschaft in ländlichen und strukturschwachen Regionen zu beheben", heißt es in dem Gutachten.

In einer Studie der Bertelsmann-Stiftung war kürzlich besonders bei Fachärzten eine Schieflage festgestellt worden: Demnach praktiziert etwa ein Drittel der Kinder-, Frauen- und Augenärzte in Großstädten, obwohl hier nur ein Viertel der Bevölkerung lebt. Auf einen Kinderarzt in der Stadt kämen beispielsweise derzeit 2405 Kinder, während ein Kollege auf dem Land für 3859 kleine Patienten zuständig sei.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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