Medizintechnik
Die Vermessung des Menschen

Der neueste Trend der IT-Branche heißt Wearable Technology: Brillen, Uhren oder Armbänder, die Körperfunktionen messen und auswerten können. Viel Potenzial gibt es in der Medizintechnik.
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Für viele Miezekatzen sind elektronische Implantate bereits Alltag: Mit einem Chip vom Tierarzt im Nacken öffnen sie die Katzenklappe ihres Zuhauses, während Spielgefährten draußen bleiben müssen. Auch für Menschen träumen viele IT-Experten schon von Computerimplantaten. IT am Körper, auf dem Körper und im Körper. Das digitale und eigenständige Erfassen von Körperfunktionen wie Atmung, Puls und Temperatur ist bereits ein Trend, den Medizintechnik- wie Freizeitbranche weiter vorantreiben wollen.

Weil der traditionelle PC-Absatz lahmt und mittlerweile zumindest auf den westlichen Märkten fast jeder Kunde mindestens einen Tablet-Computer und ein Smartphone besitzt, suchen die Hersteller neue Wachstumsfelder. Da kamen ihnen die Datenbrille von Google als auch die IT-Armbanduhr von Samsung gerade recht, um einen neuen Trend auszurufen: Wearable Technology (WT).

Noch sind viele WT-Pioniere kaum über die Startup-Phase hinausgekommen. Doch die großen IT-Konzerne rechnen fest mit einem Massentrend. Samsung-Manager Stylianos Mamagkaki schätzt, dass bis 2018 fast 600 Millionen WT-Geräte verkauft werden: "Da ist alles dabei: Von Brillen, Armbändern, Uhren bis zu Schuhen." Neben neuer Batterietechnik spielen flexible Bildschirme eine entscheidende Rolle.

Neben biegsamen OLED-Anzeigen fasziniert die Branche eine brandneue Technik aus Kohlenstoff: Graphen. Das einlagige Karbon erscheint zumindest in den Laboren der Entdecker als reinster Zauberstoff. An der Universität Cambridge drucken die Forscher bereits durchsichtige Graphen-Displays aus einem umgerüsteten Tintenstrahldrucker aus. "Das ist der Vorteil eines unsichtbaren Halbleiters", erklärt Wissenschaftler Richard Howe.

Die WT-Wachstumsraten erscheinen beeindruckend: Sind im vergangenen Jahr Stammel zufolge weltweit 50 Millionen WT-Geräte verkauft worden, so sollen es 2014 bereits über 75 Millionen werden. Der durchschnittliche Marktzuwachs soll über die kommenden Jahre bei mehr als 50 Prozent liegen. Aktuell stehen vor allem IT-Armbanduhren im Zentrum der Aufmerksamkeit. "Es tobt ein heißer Kampf um den Platz am Ende des Armes", formuliert es der britische Analyst Nick Hunn. Da viele Menschen aufgrund der Uhrenfunktion ihrer Smartphones keine herkömmlichen Armbanduhren mehr trügen, sei eine kostbare Fläche freigeworden.

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