Medizintechnik
Schlechtes Zeugnis für Standort Deutschland

Die Medizintechnik-Unternehmen beschweren sich über den hohen bürokratischen Aufwand in Deutschland. Der Standort verliert für sie an Attraktivität – auch wegen der wirtschaftlichen Entwicklung.
  • 3

Die Medizintechnikunternehmen stellen dem Standort Deutschland ein zunehmend schlechtes Zeugnis aus. Der bürokratische Aufwand für die Unternehmen ist hoch, die Erstattung der Leistungen durch die Krankenkassen zu langsam, zudem drücken Einkaufsgemeinschaften im Klinikmarkt immer stärker die Preise. Das sind zentrale Probleme, die die Mitglieder des Bundesverbands Medizintechnologie (BvMed) in einer aktuellen Umfrage benennen. „Der Standort Deutschland verliert für die Medizintechnik zunehmend an Attraktivität“, sagt Verbandsgeschäftsführer Joachim Schmitt.

Das spiegelt sich auch in der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung wider: Nachdem die Unternehmen in den vergangenen Jahren im Durchschnitt noch rund fünf Prozent gewachsen sind, erwarten sie in diesem Jahr nur noch ein Umsatzwachstum von rund 2,6 Prozent. Dabei wird das internationale Geschäft deutlich positiver beurteilt als die Entwicklung in Deutschland. Laut offizieller Wirtschaftsstatistik erzielen die mehr als 1000 produzierenden Medizintechnikunternehmen rund 22 Milliarden Euro Jahresumsatz, 65 Prozent davon im Export. Die Branche beschäftigt mehr als 175.000 Menschen.

Schnellere Entscheidungswege in der gesetzlichen Krankenversicherung wünscht sich knapp die Hälfte der vom BvMed befragten Unternehmen. Ein Beispiel: Bei der Kapselendoskopie, die weltweit als Standard zur Untersuchung des Dünndarms gesehen wird, habe es mehr als drei Jahre gedauert, bis die Methode in den Leistungskatalog aufgenommen wurde, kritisiert der Verband.

Von der neuen Bundesregierung erwarten die Medizintechnik-Unternehmen, dass Deutschland als Leitmarkt für Gesundheit und Medizintechnik wieder gestärkt wird. „Hierzu brauchen wir ein innovationsfreundliches Umfeld und einen starken Heimatmarkt, um auch künftig von unseren Stärken im Export medizintechnischer Produkte profitieren zu können“, sagt Meinrad Lugan, Vorstandsvorsitzender des Verbands und hauptberuflich Vorstand des Familienunternehmens B. Braun.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%