Pharmaindustrie
Konkurrenz für Bayer und Merck

Ein neues Medikament von Biogen verschärft den Wettbewerb im Bereich Multiple Sklerose. Die EU-Behörde macht den Weg für Tecfidera frei. Analysten erwarten Milliardenumsätze für Neuentwicklung von Biogen.
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FrankfurtDie Pharmahersteller Bayer und Merck müssen mit noch härterer Konkurrenz für ihre Spitzenprodukte, die Multiple-Sklerose-Medikamente Betaferon und Rebif rechnen. Am Freitag machte die europäische Arzneimittelbehörde EMA indirekt den Weg frei für das vom US-Konzern Biogen Idec entwickelte neue MS-Mittel Tecfidera.

Fachleute räumen dem Präparat aufgrund seiner guten Studienresultate besonders hohe Marktchancen ein. Analysten gehen davon aus, dass Tecfidera schon in wenigen Jahren drei bis vier Milliarden Dollar Umsatz erzielen wird und dabei erhebliche Marktanteile zulasten etablierter Produkte gewinnen kann. Es ist in den USA bereits seit März zugelassen und erzielte in den ersten sechs Monaten fast eine halbe Milliarde Dollar Umsatz.

In Europa wurde Tecfidera bereits von einem Beratergremium der EMA zur Zulassung empfohlen. Trotzdem war bislang noch unsicher, ob Biogen das Produkt in Europa wirklich auf den Markt bringen würde. Das Problem für den US-Konzern bestand darin, dass das Patent für die Wirksubstanz von Tecfidera, Dimethylfumarat, in Europa als relativ schwach und unsicher gilt. Denn es handelt sich um ein altbekanntes Molekül, das seit den 90er-Jahren bereits in einem Medikament gegen Schuppenflechte enthalten ist.

Wissenschaftler in Bochum und Basel entdeckten die Wirkung gegen Multiple Sklerose. Das entsprechende Patent sicherte sich aber die Schweizer Firma Fumapharm, die wiederum 2006 von Biogen übernommen wurde.

Angesichts der zweifelhaften Patentposition war für Biogen eine zusätzliche Absicherung in Gestalt des sogenannten Unterlagenschutzes unabdingbar. Die Regelung sichert für Pharmafirmen eine Mindestzeit von zehn Jahren für die exklusive Vermarktung von neuen Medikamenten, unabhängig von der Patentlaufzeit.

Voraussetzung ist aber die Anerkennung als innovatives Arzneimittel. Diese Einstufung hat die EMA nun für Tecfidera erteilt. Man sei bereit Tecfidera in Europa einzuführen, sobald die offizielle Zulassung vorliege, sagte Biogen-Forschungschef Douglas Williams.

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Biogen Idec-Aktie profitiert deutlich

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