Stoffe aus Stallstaub: Mit neuen Methoden Allergien vermeiden

Stoffe aus Stallstaub
Mit neuen Methoden Allergien vermeiden

Dass Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, seltener an Allergien leiden, ist schon seit längerem bekannt. Nun versuchen Mediziner herauszufinden, wie man das für eine Art Impfung nutzen könnte.
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MainzWie Stoffe aus Stallstaub gezielt zur Allergieprävention eingesetzt werden können, beraten Mediziner derzeit in Mainz. Seit längerer Zeit ist bekannt, dass Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, seltener an Allergien leiden.

„Es wird derzeit daran geforscht, wie man das Immunsystem von kleinen Kindern so prägen könnte, dass weniger Allergien entstehen“, sagte Professor Joachim Saloga von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Donnerstag am Rande des 26. Mainzer Allergie Workshops. „Das wäre wie eine Art Impfung. Das ist aber noch nicht auf dem Markt, das sind erstmal grundsätzliche Überlegungen“, fügte er hinzu.

Wissenschaftler der Ruhr Universität Bochum hatten in dem Staub ein Zuckermolekül entdeckt, das möglicherweise vor Allergien und allergischem Asthma schützt. Das sogenannte Arabinogalaktan kommt in großen Mengen in Futterpflanzen vor und hindert das Immunsystem den Forschern zufolge an überschießenden Abwehrreaktionen, wenn es im ersten Lebensjahr in hoher Konzentration eingeatmet wird.

Bei dem Fachtreffen diskutierten die Mediziner auch, wie Entzündungssymptome bekämpft werden können, sagte Saloga. So gebe es etwa neue Aufschlüsse darüber, wie die Entzündungsreaktion bei allergischen Krankheiten funktioniere. „Das erlaubt es dann wiederum, neue Angriffspunkte für Therapien zu entwickeln, um genau diese Prozesse zu hemmen.“

Zugleich gehe es darum, Therapien noch stärker auf den Patienten zuzuschneiden. „Früher haben wir von der Hausstaub-Allergie gesprochen“, erläuterte er, „aber in dem Hausstaub waren ganz viele verschiedene Allergene drin. Die Hausstaubmilbe etwa, aber auch Schabenallergene.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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