Studie Darmspiegelung bewährt sich als Krebsvorsorge

Darmkrebs gilt als die zweithäufigste Krebstodesursache. Deutschland war eines der ersten Länder, dass Darmspiegelung in das Vorsorgeprogramm gegen die tödliche Krankheit integriert hat - zurecht, wie eine Studie bestätigt.
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Krebsvorsorge: Seit 2002 gehört die Darmspiegelung zum gesetzlichen Vorsorgeprogramm. Quelle: dpa

Krebsvorsorge: Seit 2002 gehört die Darmspiegelung zum gesetzlichen Vorsorgeprogramm.

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HeidelbergDie Darmspiegelung hat sich nach einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) als wirksame und sichere Maßnahme zur Krebsvorsorge bewährt. „Um eine Krebsvorstufe zu finden und damit einen Krebsfall zu vermeiden, müssen 28 Darmspiegelungen durchgeführt werden. Bei einer unter 121 Untersuchungen wird ein bösartiger Tumor frühzeitig erkannt“, sagte einer der Autoren, Michael Hoffmeister, am Mittwoch laut Mitteilung.

Hingegen führe statistisch nur eine von 1089 Untersuchungen zu einer sogenannten Überdiagnose - also einer richtig erkannten Krankheit, die aber gar nicht auffällig geworden wäre, wenn man nicht nach ihr gesucht hätte. Darmkrebs ist nach DKFZ- Angaben die zweithäufigste Krebstodesursache.

Die Wahrscheinlichkeit, per Darmspiegelung einem Krebsfall vorzubeugen, ist demnach am höchsten, wenn die Untersuchung um das 60. Lebensjahr vorgenommen wird. Mit höherem Alter steige die Rate der Überdiagnosen. Verglichen mit Brustuntersuchungen führe die Darmspiegelung aber seltener zu einer Überdiagnose.

Die Heidelberger Forscher hatten die Befunde von 4,4 Millionen Darmspiegelungen untersucht, die von 2003 bis 2012 durchgeführt wurden - laut DKFZ die umfassendste Auswertung des nationalen Vorsorge-Koloskopie-Programms. Deutschland war 2002 eines der ersten Länder weltweit, die die Darmspiegelung als Teil des gesetzlichen Krebsvorsorgeprogramms eingeführt haben.

In den ersten zehn Jahren seien 180.000 Krebsvorstufen entdeckt und während der Untersuchung entfernt worden. Die Ärzte fanden den Angaben nach zudem mehr als 40.000 Fälle von Darmkrebs in einem Stadium, in dem zumeist noch eine Heilung möglich ist. Dem gegenüber standen etwa 4.500 Überdiagnosen.

Lassen sich die Risiken vermeiden?
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Aus einer „Brustkrebsfamilie“: Brustkrebs kommt in manchen Familien gehäuft vor; zwischen 5 und 10 Prozent aller Fälle sind nach Informationen der Deutschen Krebshilfe erblich bedingt. Etwa eine von 800 Frauen ist Trägerin eines veränderten sogenannten BRCA1-Gens, schätzt der Berufsverband der Frauenärzte. Der wohl prominenteste Fall ist US-Schauspielerin Angelina Jolie, die sich vorbeugend ihre Brüste entfernen ließ. Doch Betroffene müssen nicht zwangsläufig erkranken, ihr Risiko dafür ist erhöht.

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Auf den Lebensstil kommt es an: Die Forschung zum Einfluss des Lebensstils auf das Brustkrebsrisiko hat in den letzten Jahren in einigen Bereichen mehr Fragen aufgeworfen, als sie beantworten konnte. Doch eins ist klar: Bewegungsmangel und Übergewicht haben einen eindeutig ungünstigen Effekt. Gerade in den Wechseljahren habe Bewegung schützenden Effekt, so der Krebsinformationsdienst.

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Erst zur Schwangerschaftsverhütung und später in den Wechseljahren: Doch die Geschlechtshormone beeinflussen nicht nur den Menstruationszyklus, sondern auch die Entwicklung der Brust – und damit die Entwicklung von Brustkrebszellen. Über eine mögliche Erhöhung des Erkrankungsrisikos sollten Patientinnen mit ihrem Arzt sprechen.

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Auf das Alter kommt es an: Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ist nicht in jedem Lebensabschnitt gleich hoch. Nach Informationen des Robert Koch Instituts muss im Alter von 35 Jahren eine von 110 Frauen damit rechnen, innerhalb der nächsten zehn Jahre zu erkranken. Mit 45 ist es eine von 47, mit 55 erhält innerhalb der nächsten zehn Jahre eine von 31 Frauen die Diagnose. Am höchsten ist die Wahrscheinlichkeit im Alter von 65 bis 75 Jahren: Eine von 27 Frauen dieses Alters erkrankt. Danach sinkt das Risiko wieder leicht.

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Gute Heilungschancen: Je eher der Brustkrebs erkannt wird, umso besser die Heilungschancen. Das bestätigen die Zahlen, denn auch wenn mit der erhöhten Lebenserwartung die Zahl der Erkrankten steigt, sterben gleichzeitig weniger an den Folgen.

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Für Aufmerksamkeit sorgen: Kampagnen wie hier in Washington am Weißen Haus, wo die Rosa Schleife als Symbol für Brustkrebs gehisst wird, sollen Frauen sensibilisieren und allgemein Bewusstsein schaffen.

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Prominente Fälle: Eine der bekanntesten Brustkrebspatientinnen hierzulande ist wohl Sylvie Meis. Nach der Chemotherapie mussten ihre langen, blonden Haare 2011 erst wieder nachwachsen. Die Prominenz des Models lenkte viel Aufmerksamkeit auf das Thema – etwa wie hier bei der Charity Gala „Dreamball“ für Krebspatientinnen.

  • dpa
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