Studie
Meningitis-Impfung in Afrika sehr wirksam

Immer wieder kommt es in Afrika zu Hirnhautentzündungs-Epidemien. Knapp 450 Millionen Menschen sind gefährdet. Tausende sterben dabei. Ein neuer Impfstoff könnte die Lösung sein. Seine Erfolgschancen sind äußert hoch.
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ParisEin neuer Impfstoff gegen die lebensbedrohliche Hirnhautentzündung hat sich in Afrika als äußerst wirksam erwiesen. Im Vergleich zur nicht geimpften Bevölkerung erkrankten im zentralafrikanischen Land Tschad 94 Prozent weniger Menschen an Meningitis, wie Forscher am Donnerstag in der Fachzeitschrift „The Lancet“ berichteten. An der Unterart Meningitis A, die in Afrika besonders verbreitet ist, erkrankte der Studie zufolge kein einziger der geimpften Menschen.

Das MediAfriVac genannte Serum gegen Meningitis A wurde bis Ende 2011 insgesamt 1,8 Millionen Menschen in drei Regionen im Tschad verabreicht. Im Jahr 2012 untersuchten die Forscher die geimpften Menschen und stellten knapp 2,5 Hirnhautentzündungen pro 100.000 Einwohnern und keinen einzigen Fall von Meningitis A fest. Bei den nicht geimpften Menschen waren es fast 44 Krankheitsfälle pro 100.000 Einwohnern. Darüber hinaus sank das Risiko, den Krankheitserreger zu übertragen, bei den geimpften Menschen um 98 Prozent.

Jean-Marie Okwo-Bele von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigte sich über diese „außerordentlichen Ergebnisse“ erfreut: „Das ist ein überaus ermutigendes Signal für diejenigen Länder, die den Impfstoff noch nicht eingeführt haben.“ Seit der Zulassung von MediAfriVac im Jahr 2010 wurden bereits mehr als 100 Millionen Menschen im sogenannten Meningitis-Gürtel zwischen Senegal und Äthiopien geimpft. Insgesamt sind in der Region etwa 450 Millionen Menschen durch Meningitis A bedroht.

Der Typ A der Meningitis ist für mehr als 80 Prozent aller Hirnhautentzündungen in Afrika verantwortlich. Etwa alle sieben bis 14 Jahre kommt es dort zu Epidemien; bei der letzten im Jahr 2009 starben laut Weltgesundheitsorganisation 5300 Menschen.

Die Meningitis greift Hirn- und Rückenmarkshäute an. Eine Erkrankung kann zu Taubheit und Lähmung führen und tödlich enden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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