Studie
Viele Deutsche erkennen Herzinfarkt nicht

Steht es schlecht um die eigene Gesundheit, deuten nur wenige Europäer die Anzeichen für einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt richtig. In vielen Fällen handeln sie dann zu spät – oder gar nicht.
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BerlinViele Menschen auch in Deutschland können die Warnsignale von Herzinfarkt und Schlaganfall nicht richtig deuten. Das fanden Forscher des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bei einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Umfrage in neun europäischen Ländern heraus. Demnach ist der Brustschmerz das einzige Herzinfarktsymptom, das mehr als der Hälfte der Europäer geläufig ist. Etwa acht Prozent kennen sogar kein einziges Symptom, das auf einen Infarkt hinweist.

Noch mehr Wissenslücken gibt es beim Schlaganfall: Knapp einem Fünftel der Europäer sind die Anzeichen gänzlich unbekannt. Die Deutschen schneiden neben den Österreichern noch am Besten ab. Von sechs Herzinfarktsymptomen erkannten Deutsche im Schnitt immerhin 3,2 Symptome, während Italiener, Polen, Spanier und Russen weniger als zwei Symptome richtig deuten konnten.

Allerdings wissen viele Bundesbürger nicht, was sie zum Beispiel bei Schlaganfallsymptomen tun sollen. Nur jeder dritte Deutsche würde im Notfall sofort einen Krankenwagen rufen – damit sind sie das Schlusslicht im europäischen Vergleich. Stattdessen empfahlen 28 Prozent der Deutschen und 30 Prozent der Österreicher den Betroffenen, einen Tee oder ein Schluck Wasser zu trinken, oder sich ins Bett zu legen und einfach abzuwarten.

„Die Diskrepanz zwischen Symptom- und Handlungswissen ist vor allem in Deutschland überraschend“, erklärte Studienleiterin Jutta Mata vom MPI. Selbst Menschen mit Bluthochdruck oder Übergewicht, die ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall haben, seien nur wenig besser informiert.

Herzinfarkt und Schlaganfall zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen. An der Studie beteiligten sich insgesamt 10.228 Menschen aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Niederlanden, Großbritannien, Russland und Polen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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