Studie zu Krankheitsrisiko: Überschätztes Vitamin D

Studie zu Krankheitsrisiko
Überschätztes Vitamin D

Besonders in den USA boomen Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D. Doch Forscher stellen den vielfach angenommenen Vorbeugeeffekt nun auf Grundlage einer neuen Studie in Frage.
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ParisZur Nahrungsergänzung eingenommenes Vitamin D minimiert einer Studie zufolge nicht in bedeutendem Maße das Risiko für Herzversagen, Krebserkrankungen oder Knochenbrüche. Anders als vielfach behauptet, seien Mangelerscheinungen in der Regel nicht die Ursache, sondern Folge von Gesundheitsbeschwerden, heißt es in einer Untersuchung neuseeländischer Forscher, die am Freitag in der britischen Fachschrift "The Lancet Diabetes & Endocrinology" veröffentlicht wurde. Die Autoren sehen daher "wenig Grund" für die gängige Praxis, entsprechende Nahrungsergänzungsmittel durch Ärzte verschreiben zu lassen.

Vitamin D kann Calcium im menschlichen Körper binden und ist deshalb ein Schlüsselstoff für gesunde Knochen, Zähne und Muskeln. Der Körper bildet es auf natürliche Weise, wenn die Haut Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, oder zieht es aus Lebensmitteln wie ölhaltigem Fisch, Eigelb und Käse.

Doch während frühere Studien zumeist von einem starken Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Erkrankungen des Herzens oder der inneren Organe ausgingen, kam das neuseeländische Forscherteam um Mark Bolland von der Universität Auckland zu einem anderen Schluss. Es nahm 40 wissenschaftliche Versuche näher unter die Lupe, um zu testen, ob Vitaminpräparate derlei Krankheitsrisiken um mindestens 15 Prozent reduzieren.

Am Ende stand die Erkenntnis, dass lediglich ältere Menschen von der Vitamineinnahme profitierten - und das auch nur hinsichtlich eines geringeren Knochenbruchrisikos. Für einen Boom derartiger Nahrungsergänzungsmittel wie etwa in den USA, wo jeder zweite Erwachsene Vitamin-D-Präparate konsumiere, sahen die Forscher daher keine hinreichenden Argumente.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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