Tag der Organspende Zahl der Organspender auf dramatischem Tiefstand

Nach dem dramatischen Tiefstand im vergangenen Jahr ist die Zahl der Organspender auch 2014 bisher weiter rückläufig. Dabei könne jede Organspende Leben retten, sagt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.
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Akuter Mangel: Bundesweit stehen etwa 11.000 Patienten auf der Warteliste für eine Transplantation. Doch viele warten vergebens. Täglich sterben statistisch gesehen drei von ihnen, weil für sie nicht rechtzeitig ein passendes Organ verfügbar ist. In Deutschland gibt es einen akuten Organmangel. Quelle: dpa

Akuter Mangel: Bundesweit stehen etwa 11.000 Patienten auf der Warteliste für eine Transplantation. Doch viele warten vergebens. Täglich sterben statistisch gesehen drei von ihnen, weil für sie nicht rechtzeitig ein passendes Organ verfügbar ist. In Deutschland gibt es einen akuten Organmangel.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Zahl der Organspender hat sich nach den Skandalen um Manipulationen bei der Vergabe noch nicht erholt - im Gegenteil. Nach dem bislang historischen Tief im Jahr 2013 ist sie in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres weiter gesunken. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,7 Prozent auf 287 zurück, die Zahl der gespendeten Organe blieb mit 1044 weitgehend stabil.

Vor dem bundesweiten Tag der Organspende am 7. Juni rief Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zu einer stärkeren Spendenbereitschaft auf. „Jede Organspende kann Leben retten“, sagte er laut DSO-Mitteilung von Mittwoch.

Dagegen nimmt die Deutsche Stiftung Patientenschutz in Dortmund die Politik in die Verantwortung: „Statt klarer Therapie mit konsequenten Änderungen fällt den politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern nur Gesundbeten ein“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Regierung und Bundestag müssten unter anderem Rechtssicherheit für die Schwerstkranken gewährleisten und die Konkurrenz unter den Transplantationszentren beenden.

Die meisten Menschen in Deutschland seien zu einer Organspende bereit, zitiert die DSO aus einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Aber nur 28 Prozent hätten einen Organspendeausweis ausgefüllt. Nach DSO-Angaben stehen derzeit rund 11.000 Patienten auf der Warteliste für eine Organspende.

Fünf neue Wege zur Diagnose
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Chip-basierte Diagnose-Tools

Diese neue „Diagnostik-Haut“ ist in der Lage, feine Temperaturabweichungen zu erkennen, die möglicherweise Anzeichen einer ernsten Erkrankung sind. Zudem kann sie kleine Bereiche mit Wärmetherapie und sogar mit Medikamenten versorgen. Der flexible Chip ist genauso wenig invasiv wie ein temporäres Tattoo und macht teure Ausrüstung, die zudem die Bewegungsfreiheit des Patienten einschränkt, überflüssig.

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Nicht das übliche Smartphone

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Eine Aufnahme mit dem Revolution CT-Scanner von GE-Healthcare: Winzigste Details erleichtern die Diagnose.

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Mithilfe einer elektronischen Intensivstation (eICU) behält das Pflegepersonal von einem zentralen Ort aus mehrere Patienten parallel im Auge. Eine Studie ergab, dass Patienten in Kliniken mit einem eICU-Programm eine um 26 Prozent höhere Chance hatten, ihren Aufenthalt zu überleben. Zudem wurden sie 20 Prozent schneller entlassen als nach der auf Intensivstationen sonst üblichen Versorgung.

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Alle sind gefragt

Wann immer es schwierig ist, eine klare medizinische Diagnose zu stellen, kann man über CrowdMed.com die Symptome online stellen und per Crowd-Sourcing nach einer Lösung suchen. Anwender können „Medizindetektive“, die einen Fall gelöst haben, zudem mit Geldprämien belohnen. Die CrowdMed Gründer sagen, ihre Lösung soll keineswegs den Arzt ersetzen, sondern Alternativen zur klassischen Diagnose bieten.

„Die Gründe für den Rückgang sind vielschichtig“, sagte DSO-Sprecherin Birgit Blome in Frankfurt. „Sicher spielt immer noch die Verunsicherung durch die Manipulationen der Wartelisten an einigen Kliniken eine Rolle.“ Darüber hinaus gebe es möglicherweise aber auch andere Gründe wie die Strukturen der Krankenhäuser und die Anzahl der am Hirntod gestorbenen Patienten.

  • dpa
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