Techniker Krankenkasse
Pflegende Angehörige sind gestresster

Wer seine Angehörigen pflegt, steht häufiger unter Dauerdruck. Das zeigt eine Umfrage der Techniker Krankenkasse. Demnach schlaucht aber nicht allein die Versorgung der Verwandten.
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HamburgAusgebrannt und wenig Zeit zum Auftanken: Knapp sieben von zehn Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen, fühlen sich gestresst. Fast 40 Prozent stehen sogar unter Dauerdruck und sind damit fast doppelt so stark belastet wie der Bevölkerungsdurchschnitt, wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Dienstag in Hamburg mitteilte. Vier von zehn pflegenden Angehörigen geben zudem an, dass sie sich ausgebrannt fühlen – gegenüber knapp drei von zehn der Befragten insgesamt.

Mehr als 2,5 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Etwa zwei Drittel von ihnen werden ausschließlich von den eigenen Angehörigen zu Hause versorgt. Diese schlaucht nicht nur die Doppelbelastung durch Beruf und Pflege: Fast sechs von zehn pflegenden Angehörigen (58 Prozent) sagen, dass sie sich durch ihre berufliche Tätigkeit oft abgearbeitet und verbraucht fühlen. Im Bevölkerungsdurchschnitt sind dies 40 Prozent.

Bei mehr als jedem zweiten Pflegenden kommen auch Freunde und Familie oft zu kurz. Ihnen fehlt dadurch eine wichtige Möglichkeit um aufzutanken. So sagt nur jeder Zweite, er könne Energie aus seinem Privatleben ziehen. Im Bevölkerungsschnitt sind dies sieben von zehn Menschen.

Die Pflege geht auch mit einer schlechteren Gesundheit einher: Zwei Drittel der Pflegenden geben an, dass sie unter Rückenschmerzen leiden (66 Prozent gegenüber 58 Prozent im Bundesschnitt). Fast jeder Zweite kämpft zudem mit Schlafstörungen (46 gegenüber 32 Prozent). Auch niedergedrückte Stimmungen, Atembeschwerden und Angstzustände treten häufiger auf. Jeder Vierte, den die Pflege Angehöriger belastet, gibt zudem an, dass er in den letzten Jahren psychische Erkrankungen wie Burn-out, Depressionen oder Angststörungen hatte. Im Auftrag der TK befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im September 1000 Erwachsene zum Thema Stress. Die Zahlen sind Teil der bereits veröffentlichten Stress-Studie.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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