Tödliche Gefahr

Antibiotika versagen immer öfter gegen Bakterien

Tripper, Blutvergiftung oder Lungenentzündung – noch sind solche Krankheiten heilbar. Künftig könnten sie meist tödlich enden, warnt die WHO: Bakterien werden immer öfter resistent gegen Antibiotika.
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Tabletten aus der Dose: Der Einsatz von Breitbandantibiotika fördert die Resistenzen bei vielen Bakterien. Quelle: dpa

Tabletten aus der Dose: Der Einsatz von Breitbandantibiotika fördert die Resistenzen bei vielen Bakterien.

(Foto: dpa)

GenfEs ist ein Warnruf der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Bakterielle Infektionskrankheiten könnten künftig wieder mehr Menschen den Tod bringen – wie zu Zeiten vor der Entdeckung des Penizillins. Grund sei eine starke und globale Zunahme der Resistenzen von Bakterien gegen Antibiotika. Dies sei längst nicht mehr nur eine Befürchtung, sondern bereits überall zu beobachten, erklärte die WHO am Mittwoch in Genf: „Es geschieht genau jetzt in jeder Region der Welt und kann jeden treffen, in jeder Altersgruppe, in jedem Land.“

Die seit Jahren zunehmende Antibiotika-Resistenz vieler Erreger „ist jetzt eine der Hauptgefahren für die Gesundheit“, betonte die WHO bei der Vorlage ihres ersten globalen Berichts zu diesem Problem. „Ohne dringende und koordinierte Aktionen der Beteiligten steuert die Welt auf eine Nach-Antibiotika-Ära zu“, sagte der stellvertretende WHO-Direktor Keiji Fukuda. „Simple Infektionen und kleinere Verletzungen, die seit Jahrzehnten behandelbar waren, können erneut töten.“

Mythen über Krebs – und was an ihnen dran ist
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Krebs ist ansteckend

Dieses Vorurteil hält sich standhaft. Dabei ist wissenschaftlich inzwischen eindeutig nachgewiesen, dass sich Krebs nicht über den normalen Umgang mit Patienten noch über die Pflege, nicht einmal über Sex, übertragen werden kann.

Denn Patienten scheiden die Krebszellen nicht aus. Kommt ein Mensch versehentlich doch mit Tumorgewebe direkt in Berührung, erkennt das Immunsystem die fremden Körperzellen und eliminiert sie. Derzeit geht die Wissenschaft sogar davon aus, dass dieser Schutzmechanismus sogar funktioniert, wenn man eine Bluttransfusion mit dem Blut eines Krebskranken verabreicht bekommt.

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Abtreibung löst Brustkrebs aus

Dieses Gerücht ist eine echte Belastung für alle Frauen, die sich im Laufe ihres Lebens einmal gegen ein Kind entschieden haben oder entscheiden mussten. Ausgangspunkt ist eine Studie aus den USA, die weltweit in den Medien zitiert wurde. Diese legte nah, dass Abtreibungen das Risiko für ein Mammakarzinom erhöhe. Kritiker bemängelten, dass mit der Studie keine Krebshäufung unter betroffenen Frauen nachgewiesen werden konnte.

Auch ließe sich gar nicht ablesen, dass Abtreibung und Brustkrebs überhaupt etwas miteinander zu tun hätten. Inzwischen haben Wissenschaftler in mehreren fundierten Studien Schwangerschaftsabbrüche und auch ungewollte Fehlgeburten als Risiko für Brustkrebs relativ sicher ausgeschlossen.

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Zu enge Büstenhalter machen Brustkrebs

Auch diesen Mythos schürte ein Buch aus den USA. Darin hieß es, dass das Abklemmen der Lymphbahnen dazu führe, dass der Stoffwechsel nicht gut funktioniere und Schadstoffe nicht abwandern könnten. Ein Beweis oder eine wissenschaftliche Quelle für diese Behauptung fehlt jedoch in dem Buch

Inzwischen ist klar: Das Tragen von Büstenhaltern beeinflusst das Brustkrebsrisiko nicht, egal ob zu eng oder gut passend, mit Bügel oder ohne.

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Viele Lebensmittel sind für Krebspatienten giftig

So viele Ratschläge Freunde und Bekannte auch auf den Lippen haben, eine sogenannte "Krebsdiät" gibt es nicht. Häufig wird vor Kartoffeln, Tomaten oder Schweinefleisch gewarnt. Tatsächlich enthalten die Nachtschattengewächse Kartoffeln und Tomaten das schwach giftige Solanin. Den Krebs fördert dies jedoch nicht.

Das Gerücht, Schweinefleisch sei schädlich, scheint eher einen religiösen Hintergrund zu haben. Wissenschaftliche Belege, dass das Fleisch ungesund ist, gibt es jedenfalls nicht.

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Krebsrisiko steigt nach einer Durchtrennung der Eileiter

Führt Sterilisation zur Empfängnisverhütung zu Krebs? Die Antwort ist eindeutig: Bisher gibt es hierfür keinen wissenschaftlichen Nachweis.

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Übergewicht macht krebskrank

Es gibt Studien, die sich mit der Frage beschäftigt haben, ob es einen Zusammenhang zwischen dem eigenen Körpergewicht und Brustkrebs gibt. Und tatsächlich müssen Frauen, die nach den Wechseljahren deutliche übergewichtig sind, mit einer höheren Erkrankungswahrscheinlichkeit leben. Für jüngere Frauen wurde dieser Zusammenhang bisher nicht bestätigt. Allerdings sind dazu auch noch nicht alle Studien abgeschlossen.

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Verletzungen können Zellveränderungen auslösen

Bisher gibt es keinen Beleg dafür, dass Stöße, Schläge, Blutergüsse oder Quetschungen Krebs fördern. Ausgenommen sind Menschen, die lange Jahre unter einem Lymphödem leiden - einer chronischen Gewebeschwellung durch Flüssigkeitseinlagerung. Dadurch steigt das Risiko einer Form von Weichteiltumoren. Insgesamt sind diese Tumore jedoch sehr selten.

Weltweit seien entschlossene Aktionen nötig. Dazu gehöre beispielsweise ein leistungsfähiges Labornetz, das aufkommende Resistenzen rasch erkennen und entsprechende Informationen für ein schnelles Gegensteuern sammeln und weitergeben kann. Doch nicht alle Länder seien dazu in gleichem Maße in der Lage. Außerdem müsste Infektionen effektiver vorgebeugt werden.

Aber auch relativ einfache Maßnahmen werden von der WHO empfohlen: Ärzte sollten Antibiotika nur noch dann verschreiben, wenn sie sicher sind, dass diese wirklich unbedingt nötig sind. Zudem sollten Patienten möglichst nicht Breitband-Antibiotika, sondern nach entsprechenden genauen Untersuchungen gezielte Wirkstoffe verabreicht werden. Es müsse Bakterien schwerer gemacht werden, sich anzupassen und Widerstandskraft gegen die jeweiligen Wirkstoffe von Medikamenten zu entwickeln. Krankheitserreger entwickeln besonders dann Resistenzen gegen Antibiotika, wenn die Medikamente in großem Maßstab eingesetzt werden.

Dazu tragen auch Antibiotika in der Tierhaltung bei. Der großflächige Einsatz in der Schweine- oder Geflügelmast steht daher seit langem in der Kritik. Seit 1. April gelten in Deutschland deshalb neue Meldepflichten und strengere Vorgaben für Bauern und Tierärzte. Die neuen Regeln sollen den Einsatz von Antibiotika in der Tiermast eindämmen.

Ein breites Spektrum von Krankheitskeimen ist mittlerweile resistent gegen Antibiotika. Wissenschaftler untersuchten im Auftrag der WHO vor allem die Entwicklung bei sieben Bakterienarten, die Erreger für eine Reihe allgemein bekannter Infektionskrankheiten sind – darunter Blutvergiftung, Lungen- und Harnwegsentzündungen sowie die Geschlechtskrankheit Gonorrhoe, bekannt auch als Tripper.

Dabei stellten sie unter anderem fest, dass einer der häufigsten Erreger für Infektionskrankheiten, das Darmbakterium Klebsiella pneumoniae, inzwischen in allen Regionen der Welt starke Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt hat. Ähnlich sei die Entwicklung bei etlichen anderen Bakterienarten und den jeweils gegen sie eingesetzten Wirkstoffen.

  • dpa
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