Trotz EU-Vorgaben

Hubschrauberlandeplätze an Kliniken bleiben erhalten

Die Luftrettung in Deutschland hat Bestand. Trotz neuer EU-Vorgaben sollen Hubschrauberlandeplätze in der Nähe von Kliniken erhalten bleiben – einige Nachrüstungen sind aber nötig.
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Jede Sekunde zählt: Mit dem Hubschrauber kommen Schwerverletzte ins Krankenhaus. Quelle: dpa

Jede Sekunde zählt: Mit dem Hubschrauber kommen Schwerverletzte ins Krankenhaus.

(Foto: dpa)

Hubschrauber sollen in Deutschland trotz neuer EU-Vorgaben weiter direkt an Kliniken landen können. Rund 1600 dafür genutzte Flächen sollen als „Landestellen von öffentlichem Interesse“ ausgewiesen werden, wie das Bundesverkehrsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Vorgesehen sind außerdem Nachrüstungen mit geringem Aufwand wie Kennzeichnungen oder das Bereithalten von Feuerlöschern. Ressortchef Alexander Dobrindt (CSU) sagte: „Wir werden für die Luftrettung in Deutschland alle Hubschrauberlandestellen an Krankenhäusern erhalten – nicht eine muss geschlossen werden.“

Hintergrund ist eine EU-Verordnung, die ab 28. Oktober strengere Anforderungen an den Flugbetrieb mit Hubschraubern stellt. Viele Landestellen an Kliniken haben bisher keine förmliche Genehmigung als Flugplatz, für die etwa auch Anforderungen an Hindernisfreiheit und Brandschutz gelten. Bisherige Ausnahmeregelungen für diese Plätze sollen mit den vorgesehenen Schritten auch künftig ermöglicht werden. Mit Luftrettungsanbietern wie dem ADAC oder der Bundespolizei soll nun eine Liste der entsprechenden Plätze erstellt werden.

Fünf Top-Reiseziele für Medizintouristen
Operation in Klinik
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Bei Patienten weltweit ist die Globalisierung nur bedingt angekommen. Die meisten lassen sich am ehesten in ihrem Heimatland behandeln. Nur einzelne Länder zählen bis zu einer Millionen Medizintouristen jährlich.

Zukunft der Krankenhäuser
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Grund für den Klinikaufenthalt im Ausland sind entweder die besseren Pflegestandards oder Schnäppchenpreise für in der Heimat teure Eingriffe.

Economist Thailand
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Der Pionier und Branchenführer ist mit 1,2 Millionen Besuchern pro Jahr immer noch Thailand. Patienten aus ganz Asien lassen sich in Krankenhäusern wie dem Bumrungrad behandeln, weil sie hier Top-Pflege zu Preisen bekommen, die 40-50 Prozent unter denen einer Privatbehandlung in Singapur, Europa oder den USA liegen.

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FOOT MASSAGE
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Thailand: Zu den Annehmlichkeiten bei einem Zahnarztbesuch in dem Urlaubsparadies gehört auch mal eine Fußmassage. So wird der Schmerz gleich viel erträglicher.

Economist Singapur
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Singapur: Rund 550.000 Patienten aus dem Ausland lassen sich jedes Jahr in Singapur behandeln, vorwiegend aus dem benachbarten Indonesien. Als ein Zentrum für Forschung und Lehre „steht Singapur vor allem für Talent, Transparenz und Vertrauen“, so Ruben Toral von Intermedika Consulting.

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Economist India
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Indien: Das Land zieht vor allem Medizintouristen aus Südasien und Afrika an. Das liegt an den Kosten, die hier im Schnitt 30 Prozent unter denen der Nachbarländer liegen. Klinikketten wie Apollo bieten Einrichtungen auf Weltniveau und in den USA oder Großbritannien ausgebildete Ärzte.

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Economist USA
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USA: Während US-Bürger ohne Krankenversicherung ins Ausland gehen, nehmen jährlich um die 800.000 Besucher die Dienste von Institutionen wie der Mayo Clinic, der Cleveland Clinic und des Johns Hopkins Hospitals in Anspruch. „Wer sich das Beste leisten kann, der nimmt auch eine Reise in Kauf, um es zu bekommen. Und in den USA wird nach wie vor Spitzenleistung geboten“, so Ruben Toral.

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft begrüßte das Eingreifen des Ministers. „Die Aufrechterhaltung der medizinischen Notfallversorgung für Schwerstkranke ist damit zunächst gesichert.“ Die Kliniken hatten befürchtet, dass die Hälfte der Plätze aufgegeben werden müsste. Benötigt werden sie für Rettungshubschrauber, die Verletzte nach schweren Unfällen transportieren. Per Helikopter werden aber auch Schwerverletzte von Krankenhäusern in Spezialkliniken gebracht.

  • dpa
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