Trotz steigender Gefahren

Immer weniger Menschen sterben an einem Herzinfarkt

Herzkranke Patienten leben immer länger und besser. Dank moderner Medizin überstehen mehr Menschen auch Herzinfarkte ohne Schäden. Bei der Herzinfarkt-Sterblichkeit ist Deutschland jedoch geteilt.
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Notaufnahme eines Krankenhauses: Die Akutversorgung von Herzinfarkt-Patienten ist wichtig. Quelle: dpa

Notaufnahme eines Krankenhauses: Die Akutversorgung von Herzinfarkt-Patienten ist wichtig.

(Foto: dpa)

DresdenIn Deutschland sterben immer weniger Menschen an einem Herzinfarkt. Allerdings sei das Risiko im Osten höher als in westlichen Bundesländern, teilte die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) am Donnerstag bei der Herbsttagung in Dresden mit.

Nach den im Deutschen Herzbericht 2011 erstmals regional erhobenen Daten zur Herzinfarkt-Sterblichkeit ist die Wahrscheinlichkeit, an einem Infarkt zu sterben, in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen fast doppelt so hoch wie in Schleswig-Holstein, Hessen, Berlin, Baden-Württemberg oder Bayern. Nur Mecklenburg-Vorpommern fällt im Osten mit 77 Herzinfarkt-Toten pro 100.000 Einwohner positiv heraus.

Große Innovationen der Medizintechnik
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Die Entdeckung der „X-Strahlen“ im Jahr 1895 führten den deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen zum Nobelpreis. Seine revolutionäre Entdeckung machte er nur zufällig bei einem Experiment mit einer Kathodenstrahlröhre. Ein Jahr später, 1896, bauten die Niederländer Heinrich Hoffmans und Lambertus van Kleef in Maastricht eines der ersten Röntgengeräte.

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Der erste Herzschrittmacher wurde 1958 bei einem Patienten in Stockholm eingesetzt, nachdem es gelang ein Gerät zu entwickeln, das klein genug war. Damals mussten die Herzschrittmacher allerdings noch täglich extern neu aufgeladen werden. Heute halten sie viele Jahre, bevor ihre Batterien ausgetauscht werden müssen.

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Der Magnetresonanztomograph, kurz MRT, hilft Ärzten dabei, sich die Organe eines Patienten ohne eine Operation ansehen zu können. Zunächst verbreitete sich die Technik in den Bereichen der Physik und Chemie. Abgebildet wurden beispielsweise flüssigkeitsgefüllte Modelle. Ab Mitte der 1970er Jahren wurde die Technik auch für die Untersuchung von Menschen genutzt. 1981 wurde die Kernspintomographie schließlich klinisch eingeführt.

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Bei den Fortschritten im Bereich der MR-Tomographie geht es vor allem darum, bei den Patienten Stress und Ängste zu reduzieren. Eine neue Technologie macht die Untersuchung des Kopfes in der Röhre nahezu lautlos – und das bei hoher Bildqualität. Das dumpfe laute Klopfen, das mit bis zu 120 Dezibel die Lautstärke eines startenden Düsenflugzeugs erreichen kann, weicht einem kaum noch wahrnehmbaren Geräusch.

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Patienten können sich heute sogar ihre eigene Entspannungswelt aufbauen: Mit Hilfe eines über einen Tablet-PC steuerbaren Systems werden während der MR-Tomographie beruhigende Naturaufnahmen an der Zimmerdecke gezeigt, dazu kommen Musik und Lichtfarben. Das Spektrum reicht vom gemütlichen Platz am Kamin über die Südseeinsel Tahiti bis hin zum Comic für Kinder – was auch immer dem Patienten am besten dabei hilft, den Stress zu reduzieren.

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In den 1960er Jahren arbeitete der britische Elektrotechniker Godfrey Hounsfield an der Entwicklung der ersten Prototypen für die Computertomographie, bei der Röntgenstrahlen das Körpergewebe durchdringen und dreidimensionale Computerbilder produzieren. Die erste CT-Aufnahme an einem Menschen erfolgte schließlich im Jahr 1971. Und schon ein Jahr später entschied sich das Londoner Atkinson Morley Hospital für eine Anschaffung des ersten kommerziellen Gerätes.

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Mathematik ist in der CT-Bildgebung der Schlüssel zu besserer Bildqualität - aber auch zur Dosisreduktion. Die sogenannte modellbasierte iterative Rekonstruktion, ein mathematisches Verfahren zur Auswertung der Bilddaten, ist ein wichtiger technischer Meilenstein, den bis heute nur ein Hersteller vollzogen hat.

Für die Strahlendosis eines CT-Unterbauchscans fallen mit dieser Technik lediglich 0,2 Millisievert (mSv) an. Zur besseren Verdeutlichung: Auf einem Langstreckenflug von Berlin nach New York ist ein Passagier einer natürlichen Umgebungsstrahlung von 0,032 – 0,075 mSv ausgesetzt. 

* 1 Flug entspricht durchschnittlich 0,06 mSv (Helmholtz-Center)
** mit VEO, gemäß EUR - 16262 EN

„Über Ursachen kann momentan nur spekuliert werden“, sagte DGK-Präsident Christian Hamm. Dabei seien die Erfolge der vergangenen 20 Jahre in der Herzmedizin enorm. „Fast die Hälfte der Zunahme der Lebenserwartung in Deutschland geht auf sie zurück.“ So halbierte sich die Sterblichkeit der Herzinfarkt-Patienten, die das Krankenhaus erreichen, auf fünf bis sechs Prozent. Laut der Statistik erlagen 2011 in Deutschland 52.113 Menschen (6,1 Prozent) einem Herzinfarkt. Verglichen mit dem Jahr 2000 starben 18,4 Prozent weniger Frauen und 15,8 Prozent weniger Männer daran.

Die Akutversorgung von Herzinfarkt-Patienten ist nach Angaben der DGK sehr gut. So könne bei fast 90 Prozent der Patienten die Durchblutung des Herzmuskels wiederhergestellt werden. Fortschritten bei der Früherkennung und Behandlung von Herzkrankheiten wirke jedoch der Trend zu ungesundem Lebensstil entgegen, sagte Hamm. „Übergewicht und Diabetes nehmen auch unter jungen Menschen erschreckend zu, ein Drittel der jungen Erwachsenen raucht immer noch.“ Und nicht zuletzt trübt die Demografie die Bilanz, denn mit dem Alter steigt die Gefahr von Herzerkrankungen.

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