Weltnichtrauchertag
Hören Sie mit dem Rauchen auf! Sofort!

Nicht nur mit dem Rauchen machen Konzerne ein riesiges Geschäft. Auch mit dem Versuch, von der Sucht loszukommen, lässt sich jede Menge Geld verdienen. Doch der Kampf gegen die Droge kann zu einem neuen Risiko werden.
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DüsseldorfWenn Raucher in die Praxis von Christian Zinner kommen, sehen sie ihn oft als letzte Rettung. Die Patienten hoffen, dass ihnen der Heilpraktiker in einer Sitzung abgewöhnt, was sie sich über Jahre antrainiert haben: das Rauchen. Zinners Methode ist die Hypnose. Doch einfach aus der Hypnose aufwachen und rauchfrei sein – das funktioniert auch bei Heilpraktiker Christian Zinner nicht.

Weil es so schwierig ist, mit dem Rauchen aufzuhören, hat die Industrie längst ein Geschäft daraus gemacht. Denn Milliarden werden nicht nur mit dem Qualmen verdient. Auch mit dem Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören, scheffelt die Wirtschaft fleißig Geld. Mit Hypnose, Ratgebern, E-Zigaretten oder Nikotinpflastern gibt sie Rauchern Hilfestellungen im Kampf gegen ihre Sucht. Die Tabakindustrie macht aus der Not eine Tugend und vertreibt einige der Produkte einfach selbst. Doch längst nicht alle von ihnen dienen der Rauchentwöhnung – im Gegenteil.

Einmal im Jahr rufen Anti-Suchtverbände zum Weltnichtrauchertag in Erinnerung, wie gefährlich der Zigarettenkonsum ist. In diesem Jahr fordert unter anderem die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) höhere Steuern auf den Tabakkonsum – weil der Preis den größten Einfluss auf das Rauchen hat, wie die stellvertretende Geschäftsführerin Gabriele Bartsch gegenüber Handelsblatt Online berichtet.

Die gute Nachricht zum Antirauchertag: Der Tabakkonsum in Deutschland insgesamt geht zurück. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts rauchte ein Einwohner 2013 jährlich durchschnittlich 996 Zigaretten. Das waren 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr und sogar 41,4 Prozent weniger als noch zur Jahrtausendwende. Doch immer noch qualmt durchschnittlich jeder vierte Deutsche – trotz der hinlänglich bekannten Gefahren wie Herz-Kreislaufstörungen und Lungenschädigung.

Auch für die Tabakindustrie hat der geringere Konsum kaum Auswirkungen. Die großen Zigarettenhersteller Philip Morris (Marlboro), British American Tobacco (Lucky Strike, Pall Mall) und die deutsche Imperial-Tobacco-Tochter Reemtsma (Gauloises, West) steigern ihren Umsatz weiterhin. Der Grund: Sie gehen mit dem Trend – auch, wenn dieser ohne Tabak funktioniert.

E-Zigarette ohne Tabak, aber von Tabakherstellern

Die neuste Modezigarette der Deutschen darf überall geraucht werden und fällt nicht unter das Nichtrauchergesetz. Sie sieht etwas anders aus als gewöhnlich, sie qualmt nicht und sie verbraucht keinen Tabak: die E-Zigarette.

Der akkubetriebene Glimmstängel, der auf Flüssigkeiten statt Tabak setzt, gilt als neues Helferlein, sich das Rauchen abzugewöhnen. Inzwischen greifen schätzungsweise rund zwei Millionen Deutsche zur Tabakalternative. Und die Kurve zeigt nach oben – nicht nur beim Konsum. Der nach eigenen Angaben führende Anbieter auf dem Markt, Red Kiwi, hat seinen Umsatz 2013 um 75 Prozent steigern können. Auch für 2014 erwartet das Unternehmen weiteres Wachstum.

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