Gegen Fehlkäufe
Die digitale Umkleidekabine

Im Internet Kleidung zu bestellen, ist oft ein Glücksspiel. Mit einer Online-Umkleidekabine sinkt das Risiko, daneben zu liegen. Nach einigen Ganzkörperaufnahmen probiert das digitale Selbst die Kleidungsstücke an.
  • 0

Birga Himmelmann (38), Dortmund

Immer mehr Menschen kaufen Kleidung und Schuhe im Internet. Besonders für Landbewohner ist das Online-Shopping wirklich praktisch. Wären da nicht die vielen Fehlbestellungen, die man wieder verpacken, mit Rücksendeetikett versehen und zur Post bringen muss. Hosen, Röcke und Blusen, die an mir dann doch ganz anders aussehen als an den Models im Internet. Das ist aufwändig. Natürlich kann man vor dem Kauf den eigenen Hüftumfang messen und sich überlegen, ob Altrosa oder Kobaltblau auch wirklich zum eigenen Teint passen. Doch wie es letztendlich an einem selbst aussieht, weiß man dadurch nicht.

Eine „digitale Umkleidekabine“ würde das Anprobieren vor dem Spiegel zwar immer noch nicht ersetzen, aber doch die ein oder andere Enttäuschung vermeiden. Ich denke an eine gut gemachte Software, die einfach und schnell zu bedienen ist. Das Programm macht über die Webkamera Ganzkörperaufnahmen von vorne, von hinten und vor der Seite. Das ist nur einmal nötig, die Bilder werden gespeichert. Wer allerdings stärker zu- oder abgenommen hat, muss die Bilder erneuern.

Schaut man sich jetzt im Online-Shop zum Beispiel ein Kleid an, genügt ein Klick und die digitale Umkleide öffnet sich. Ein weiterer Klick und man kann sein digitales Selbst von allen Seiten in dem Kleid bewundern. Dabei gleicht das Programm in Sekundenschnelle die Maße von Kleidungsstück und Kunde ab. Ist das Kleid an einer Stelle eindeutig zu groß oder zu klein zeigt das Programm den Bereich in rot an. Würde es zwar passen, wäre aber etwas locker oder eng, wird der Bereich gelb. Der geschickte Online-Händler schlägt dem Kunden bei schlecht sitzenden Kleidungsstücken natürlich sofort eine Alternative vor. Etwa eine andere Größe, eine andere Farbe oder ein anderes Modell.

Außerdem kann man so Kleidung kombinieren und Outfits zusammenstellen. Das Programm speichert alle Kleidungsstücke, die man anprobiert oder bereits gekauft hat. So kann man auch nach Wochen nach einem passenden Oberteil für eine Hose suchen, die man bereits gekauft hat. Diese digitale Version der alten Anziehpuppen würde von modebegeisterten Kundinnen – und Kunden –bestimmt gut angenommen. Weitere Ergänzungen sind denkbar: Wenn etwa eine Hose zu lang ist, misst das Programm, wieviel Zentimeter gekürzt werden müssen und bietet diesen Service direkt mit an.

Von weniger Rücksendungen würden natürlich auch die Online-Shops profitieren. Für sie könnte sich die Investition in die digitale Umkleidekabine also lohnen.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%