C wie Cloud-Computing
Vom Himmel hoch da lädt sie her

Ständig und beinahe von überall auf seine Daten zugreifen zu können, war noch vor knapp zehn Jahren eine Vision. Die Cloud-gewordene Wirklichkeit ist zuweilen aber immer noch wie das Original: nebulös.
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Das Prinzip ist simpel: Statt Dateien und Programme auf dem eigenen Computer oder Server zu speichern, werden sie kurzerhand dort deponiert, wo man immer auf sie zugreifen kann: im Internet.

Cloud-Computing ist in den vergangenen fünf Jahren nicht zuletzt dank des Ausbaus von Glasfasernetzen enorm gewachsen. Leistungsfähigere Breitband-Internetverbindungen machen es nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatanwendern möglich, Cloud-Anwendungen zu nutzen.

Technisch sind hierbei drei Prinzipien zu unterscheiden. Stellt ein Cloud-Anbieter lediglich die Infrastruktur zur Verfügung, wird dem Kunden nicht mehr als bloße Rechenkapazität zugesichert. Er selbst entscheidet, welches Betriebssystem zum Einsatz kommt, welche Programme darauf laufen und wer auf welche Daten zugreifen darf. Darauf aufbauend gibt es das Prinzip der bereitgestellten Software-Plattform.

Verglichen mit einem normalen Computer heißt dies, dass dem Nutzer das Betriebssystem bereitgestellt wird, auf dessen Basis er dann Software nach seinen Wünschen aufspielen kann. Wieviel Rechenkapazität dafür nötig ist und im Serververbund des Betreibers reserviert werden muss, regelt diese Lösung selbstständig. Weniger Anpassungsmöglichkeiten, aber auch weniger Mühe, haben private wie gewerbliche Nutzer mit der Anwendungsebene. Sie basiert auf den beiden vorigen Bausteinen und stellt lediglich eine oder mehrere Anwendungen für den Kunden bereit. Apples iCloud oder Google Drive sind hierfür weit verbreitete Beispiele.

Gemeinsam werden diese Anwendungen ihren Anteil am stetig wachsenden Datenvolumen haben. Wurden 2005 „nur“ 130 Exabyte (1 Exabyte entspricht einer Milliarde Gigabyte) digitaler Daten generiert, waren es 2012 Berechnungen des IT-Beratungsdienstes IDC zufolge bereits 2837 Exabyte. Kommendes Jahr soll sich diese Zahl verdreifachen.

Besonders beliebt bei Unternehmen, die Rechen- und Speicherkapazitäten aus der „Wolke“ nutzen, ist das Modell der hybriden Cloud. Dabei setzt das Unternehmen auf einen eigenen Server(-verbund), der seine Leistung den angeschlossenen Computern zur Verfügung stellt. Bei besonders großem Leistungsdurst des Systems steht auf dem Server eines Drittanbieters weitere Rechenkapazität auf Abruf bereit. Droht beispielsweise ein Logistiksystem unter der Menge an Auftragseingängen zusammenzubrechen, wird die Stabilität per Cloud-Leistung wieder hergestellt.

Diese vorwiegend interne Cloud-Lösung hat für kleine, mittelständische und große Betriebe gleichermaßen den Vorteil, dass ihre Daten nicht auf einem einzelnen Rechner lagern, der durch einen Defekt ausfallen kann, sondern, dass es permanent eine oder mehrere Kopien auf dem Server gibt. Eine „private“ Cloud lohnt sich für viele Betriebe zusätzlich deswegen, weil sie sich selbst um die Sicherheit ihrer Daten kümmern können, statt auf einen Großanbieter im Ausland vertrauen zu müssen.

Waren im Jahr 2010 nur 20 von 84 befragten Unternehmensvertretern der Cloud-Datenschutz und die angebotenen Sicherheitsmechanismen wichtig, zeigt eine repräsentative Umfrage des Branchenverbands Bitkom und der Beratungsgesellschaft KPMG, dass inzwischen 77 Prozent der IT-Verantwortlichen um die Sicherheit der Firmendaten besorgt sind. Rund ein Drittel hat als Konsequenz aus der NSA-Affäre die Sicherheitsanforderungen an den eigenen IT-Dienstleister erhöht. Einige Unternehmen haben im Zuge dessen auch ihren Anbieter gewechselt und setzen nun auf heimische Dienstleister.

Cloud-Computing ist folglich nicht nur ein Spiel mit Speicherkapazität und Rechenleistung, sondern auch eines mit der Datensicherheit. Und das kann gefährlich werden. Jedes vierte mittelständische Unternehmen in Deutschland setzt laut DsiN-Sicherheitsmonitor 2014 Cloud-Dienste in seinem geschäftlichen Alltag ein, doch nur jeder dritte Verantwortliche weiß um die notwendigen Sicherheitsanforderungen oder rechtlichen Rahmenbedingungen der schönen neuen Datenwelt. Dieser Aspekt wird aus Angst vor möglichen Kosten – und ungeachtet des möglichen Schadens einer Attacke von Daten-Dieben – gar nicht angegangen oder dann doch den Dienstleistern überlassen.

Und deren Geschäft brummt. Hieß es noch Anfang 2011, dass 2014 in Deutschland rund 1,4 Milliarden Euro mit Cloud-Computing umgesetzt werden sollen, zeigen die Daten von heute, dass diese Werte inzwischen weit übertroffen wurden. Rund 10,8 Milliarden Euro werden einer Studie der Unternehmensberatung Experton zufolge von Cloud-Computing-Anbietern in 2014 umgesetzt. In zwei Jahren soll es etwa doppelt so viel sein.

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