H wie Hologramm
Zukunft in 3 D

3D-Fernsehen war gestern, in der Zukunft schweben die Schauspieler vielleicht durch den Raum – als Hologramme. Die Technologie stellt ihre Vorzüge längst unter Beweis und erobert allmählich die Unterhaltungswelt.
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Da ist er wieder auf der Bühne: der 1996 erschossene Musiker Tupac Shakur. Nackter Oberkörper, protzige Kette, den Hosenschritt fast in den Kniekehlen stand er 2012 bei einem US-amerikanischen Musikfestival neben seinem Rapper-Kollegen Snoop Dog wieder auf der Bühne. Mit derselben Technik ist der verstorbene Queen-Frontman Freddie Mercury für einen Konzertabend sozusagen wieder auferstanden – und einen Vorgeschmack auf die Unterhaltungsindustrie von Morgen gegeben.

Weltweit arbeiten Wissenschaftler und Entwickler an der sogenannten Hologramm-Technologie. Sie soll räumliche, lebensecht wirkende Videobilder in den Kinosaal, ins Wohnzimmer, Museum oder Schaufenster bringen. Die Technik der Holographie ist gar nicht so kompliziert. Sie nutzt den Wellencharakter des Lichts, um ein zweidimensionales Abbild dreidimensional darzustellen. Mehrstufig geschieht die Projektion und lässt die Motive scheinbar frei im Raum schweben.

Elektronikriesen wie Samsung und LG haben holografische Bilder als strategisches Wachstumsfeld entdeckt, und Südkoreas Ministerium für wissensbasierte Wirtschaft will die Entwicklung bis 2020 entschieden vorantreiben. Auch Apple und Sony beteiligen sich an dem Wettlauf.

Die neuen Darstellungsverfahren finden vielfältige Anwendungsgebiete und machen längst nicht nur die störenden Brillen im 3D-Kino überflüssig. Das Verfahren kommt unter anderem in der Archäologie und im Operationssaal zum Einsatz. Die holografische Endoskopie nimmt räumliche Bilder aus dem Körperinneren auf oder in der Industrie von schwer zugänglichen Stellen in Maschinen auf. Verformungen in Organen oder Bauteilen werden sichtbar.

Neben er Anwendung in Wissenschaft und Medizin finden Hologramme vereinzelt aufsehenerregende Verwendung – etwa, wenn sie bei der Cebit die Produktpräsentation übernehmen, an Flughäfen die Passagiere informieren oder eben zum Popstar mutieren. Anders als bei den Konzertvisionen von Tupac und Mercury braucht das japanische Popsternchen Hatsune Miku gar kein tatsächliches Vorbild für ihren Erfolg.

Die kindliche Manga-Figur mit langen, grünen Haaren und kurzer Schuluniform hat mit ihrer synthetisierten Stimme über 100.000 Lieder eingesungen; für jeden Fan ist etwas dabei. Sie habe im Vergleich zu einem echten Popstar einige Vorteile glaubt man Entwickler Yuki Yamaguchi: „Sie trifft immer die Töne. Sie macht auf der Bühne keine Fehler. Die Auftritte sind jedes Mal perfekt.“ Das Musikunternehmens Crypton Media Future nennt seine künstliche Geldmaschine einen „virtuellen Star“. Zwar hätte sie keine Persönlichkeit, „aber die Kunst kommt von all den Menschen, die ihr Input geben“.

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