Feingold Technologies

Stress im Job managen

Stress am Arbeitsplatz belastet nicht nur die Einzelperson, sondern das ganze Unternehmen. Eine App soll Abhilfe schaffen: Die Technologie analysiert die Stimme und hilft entspannen. Mit der Idee geht das Startup ins Silicon Valley.
Kommentieren
Die Stimme verrät den Stresspegel. Quelle: dpa

Die Stimme verrät den Stresspegel.

(Foto: dpa)

San FranciscoStress kennt jeder, vor allem im Job. Im Kampf gegen den Druck, der nicht nur den Menschen und seine Gesundheit, sondern auch das Unternehmen und sein Geschäft belastet, lassen sich Arbeitgeber einiges einfallen: Sportkurse, Yoga, Massagen. „Es weiß aber keiner, ob und wie viel diese Angebote langfristig helfen“, sagt Erik Feingold, Chef von Feingold Technologies. „Unsere Technologie misst objektiv, wie gestresst jemand ist. Zudem empfiehlt sie – basierend auf der Ursache, etwa Angst oder Verärgerung – individuelle Entspannungsübungen.“ Das soll Mitarbeitern helfen, ihren Stress zu managen, die mentale Haltung zu stärken und leistungsfähiger zu werden.

Der Amerikaner mit deutschen Wurzeln hat Feingold Technologies 2010 als Schwesterunternehmen der schon länger bestehenden Gold-Gate GmbH mit vier Partnern in Unterföhring bei München gegründet. Die Technologie, die das rund 20-köpfige Team anbietet, basiert auf der Untersuchung einer Vielzahl von Merkmalen in der Stimme wie Frequenzmustern.

Diese Technologien prägen die Arbeitswelt von morgen
228269_Chris_Rissler
1 von 6

Durchschnittlich begabt war gestern. Wer heute ins Berufsleben startet, dessen Aufstiegschancen bemessen sich daran, wie gut er oder sie die Technologien beherrscht, mit denen er oder sie arbeitet. Fachkräfte werden in den kommenden sechs Jahren extrem gefragt sein. Wer als Arbeitnehmer nicht über die entsprechenden Fähigkeiten verfügt, dem bieten sich verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten an.

228269_Appliance_Park2
2 von 6

Doch häufig schlummert zum Beispiel in Produktionsarbeitern ein enormes Potenzial – der Arbeitgeber muss es nur richtig einsetzen. Im GE-Fertigungswerk für Hausgeräte im US-Bundesstaat Kentucky durften die entsprechenden Mitarbeiter die Arbeitsabläufe samt Anordnung der Maschinen neu arrangieren. Das Ergebnis: Ein Viertel der Materialkosten konnte gespart werden; der Arbeitsaufwand wurde um mehr als ein Drittel reduziert. Überzählige Mitarbeiter konnten zudem ihre Erfahrung in anderen Produktionsbereichen dauerhaft einbringen.

Flugzeugturbine
3 von 6

Besonders das Industrial Internet wird großen Einfluss auf die Arbeitswelt von morgen nehmen. So wird es in Zukunft immer wichtiger werden, Menschen, Daten und Maschinen intelligent miteinander zu vernetzen. In Zukunft könnte es etwa möglich sein, eine Flugzeugturbine mit Sensoren und einer Art Twitter-Account auszustatten, der die Daten der Turbine direkt an den Hersteller übermittelt. Produktions- und Weiterentwicklungsprozesse können so schneller optimiert werden.

A staff of Nissan and media crew drive the LEAF electronic car during a media preview of CEATEC JAPAN 2013 in Chiba
4 von 6

Das fahrerlose Auto: Was derzeit noch als Vision erscheint, könnte sich in einigen Jahren in Realität verwandelt haben. Autobauer Nissan schätzt, dass 2020 die ersten Serienfahrzeuge mit Selbstfahrtechnik ausgerüstet sein werden. Möglich wird dies durch die enge Zusammenarbeit von Auto- und Computerindustrie. Von dieser Entwicklung profitieren Unternehmen wie Pendler gleichermaßen.

Ein 3D-Drucker
5 von 6

3D-Drucker haben das Potenzial, ganze Fertigungsketten von Unternehmen zu revolutionieren. Statt riesiger Hallen, könnte ein Produktionsstandort in Zukunft kaum größer sein als ein Wohnhaus.

GE Healthcare Innovations
6 von 6

Schon jetzt arbeiten sehr viele Menschen im Gesundheitswesen. In den nächsten Jahrzehnten wird die Branche zu einem der größten Arbeitgeber werden, denn das Verlangen nach langer Gesundheit und guten Behandlungsmöglichkeiten wächst unaufhörlich. Neben künstlichen Gelenken und Organen werden bald vielleicht auch ganze künstliche Körperteile verpflanzt werden können.

Das Ergebnis wird über mehrschichtige Algorithmen ausgewertet und abgeglichen mit einer Datenbank, in der Dialoge aus 1,4 Millionen Situationen – Verkaufsgespräche, Reklamationen, Präsentationen - hinterlegt sind. Mithilfe von künstlicher Intelligenz werden Tipps zum Stressabbau vorgeschlagen. Die Plattform läuft über den Tablet-PC oder das Telefon. Analysiert werden können echte Gespräche im Berufsalltag oder zu Übungszwecken simulierte.

„Die Technologie eignet sich speziell für Unternehmen mit ausgeprägter mittlerer Führungsebene und großen Vertriebsmannschaften, auch mit häufigem Kundenkontakt“, erklärt Feingold. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom hat er eine App namens „Stress Manager“ entwickelt. An seiner Wahlheimat Deutschland schätzt Feingold „die Verbindlichkeit und Detailtreue bei der Einführung neuer Ideen und Technologien“.

Nachdem Feingold in den vergangenen Jahren Dax-Konzerne wie den Autobauer BMW und die Deutsche Post oder den Pharmahersteller MSD von seiner Technologie überzeugen konnte, will der 43-Jährige nun ein eigenes Team in den USA aufbauen. „Die Unternehmen und die Menschen im Silicon Valley messen der mentalen Stärke als Faktor zur Steigerung von Leistung und Wohlbefinden deutlich mehr Bedeutung bei“, hat Feingold gelernt. Aber: „Auch in Deutschland wächst der Trend.“

Startseite
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%