Holiday Insider
„Bei uns ist viel Luft nach oben“

Mit der Vermittlung von Ferienwohnungen im Internet füllten die Gründer des Münchener Start-ups Holiday Insider erfolgreich eine Lücke. Denn die klassischen Online-Hotelseiten machten bisher einen Bogen darum.
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Die Ferien verbringen Deutsche am liebsten in heimischen Gefilden. Der Urlaub - die Branche spricht auch von "erdgebundenem Reisen" - an Ostsee und Bodensee, im Schwarzwald und Voralpenland rangiert bislang vor klassischen Urlaubszielen wie Italien oder Frankreich. Noch buchen viele Heimaturlauber ihr Quartier per Katalog und Telefon.

Allerdings steigt der Onlineanteil schnell. Davon profitiert insbesondere Holiday Insider. Das Start-up hat hierzulande inzwischen 140.000 Pensionen, Ferienwohnungen, Hotels und Hütten im Angebot. Die Interessenten für eine Übernahme der Internetfirma stehen derzeit Schlange. "Bei uns ist noch viel Luft nach oben", ist Mitgründer Niels Dörje überzeugt.

Der frühere Google-Manager hatte das Internetportal 2010 mitgegründet. Die klassischen Hotel-Vermittler wie Booking.com hatten bis dahin einen Bogen um das Thema Ferienunterkünfte gemacht. "Die wussten, warum sie das nicht machen wollten - wir nicht", erinnert sich Dörje. Vor allem die notwendigen Kooperationspartner zu gewinnen, ist mühsam. Dominiert wird die Quartiervermittlung von etwa 1600 örtlichen Tourismus-Informationszentralen, die es abzuklappern galt.

Inzwischen arbeitet Holiday Insider bereits mit der Hälfte der Organisationen zusammen. Zum Vergleich: Booking.com kommt in Deutschland auf gut 23.000 Hotels. "Wir haben jetzt eine Plattform, von der aus wir gut weiter expandieren können", sagt Dörje. Dafür allerdings wird Kapital benötigt. Schwachpunkt ist nach Einschätzung von Beobachtern die mangelhafte Markenbekanntheit. Holiday Insider setzt auf zufriedene Kunden als Multiplikatoren. Es ist aber mehr Marketing notwendig. "Womöglich brauchen wir irgendwann doch einen großen Partner", meint Dörje.

Wie attraktiv so ein Portal ist, zeigte sich vor wenigen Monaten. Da kaufte der US-Konzern HomeAway den australischen Vermittler Stayz für 198 Millionen Dollar. Das gekaufte Unternehmen dürfte mit 400.000 Übernachtungen im Jahr etwa so groß sein wie Holiday Insider.

Das Münchener Unternehmen erzielt derzeit nach Marktschätzungen einen Provisionsumsatz im einstelligen Millionenbereich - mit zweistelligen Wachstumsraten. Der vermittelte Umsatz ist deutlich höher. Die Provision liegt zwischen 10 und 13,5 Prozent.

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