40 Jahre Uno-Mitgliedschaft
Deutschland feiert Jubiläum

40 Jahre nach der Aufnahme in die Vereinten Nationen gilt Deutschland dort immernoch als „Feindstaat“. Doch zum runden Geburtstag gibt es viel Lob für den Musterschüler – aber auch die Forderung nach mehr.
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New YorkFast drei Jahrzehnte kamen die Vereinten Nationen ohne Deutschland aus, dann waren es gleich zwei: An diesem Mittwoch vor 40 Jahren (18. September 1973) war es soweit: Nach langem diplomatischen Tauziehen wurden die Bundesrepublik und die DDR Uno-Mitglieder. Bonn sah die Aufnahme als endlich umgesetzte Selbstverständlichkeit an, Ost-Berlin als diplomatischen Triumph. Vier Jahrzehnte später gibt es nur noch ein Deutschland, aber ohne dieses könnten die Uno kaum bestehen.

„Für die Bundesrepublik waren die Uno ein wichtiges Forum zur Rückkehr in den Kreis der geachteten Staaten. So war Bonn schon vor dem Beitritt in fast allen Unterorganisationen der Uno mit dabei“, sagt der Münsteraner Politikprofessor Sven Bernhard Gareis. Schon 1950, ein Jahr nach der Staatsgründung, wurde die Bundesrepublik Mitglied der Welternährungsorganisation und bald auch fast aller anderer Uno-Sektionen.

Die DDR war weniger erfolgreich: „Um deren staatliche Anerkennung zu verhindern, spannte Bonn seine Verbündeten ein, um die DDR draußen zu halten. Der Preis dafür war, dass auch die Bundesrepublik nur ein Quasi-Mitglied ohne Stimmrecht blieb“, resümiert der Politologe Gareis.

Ende der 1960er Jahre kam Bewegung in die Organisation der Vereinten Nationen. 1971 löste die kommunistische Volksrepublik China (830 Millionen Einwohner) die Insel-Republik China (Taiwan/15 Millionen Einwohner) in der Weltorganisation ab. Und zwischen den beiden Deutschlands entwickelte sich mit dem Grundlagenvertrag eine gewisse Normalität. Mit der Folge dass am 18. September zwei schwarz-rot-goldene Fahnen am East River hochgezogen wurden: eine mit Hammer und Zirkel, eine ohne. Alphabetisch war die DDR eine Nasenlänge voraus: GDR war Mitglied 133, West Germany 134.

In der Vollversammlung gab es wenig Euphorie. „Gezügelter Applaus“, „ohne Begeisterung“, schrieb damals die „Süddeutsche Zeitung“. Besonders an der DDR gab es Kritik. Während Israel die Aufnahme Westdeutschlands ausdrücklich unterstützte, warf sie dem Osten komplette Geschichtsverdrängung vor. Und eine westdeutsche Karikatur zeigte SED-Chef Walter Ulbricht, der mit der Rechten den Uno-Antrag unterschreibt und mit der Linken einen Mauerschützen auszeichnet, dessen Opfer noch im Stacheldraht hängt.

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