Arzt vor Gericht
Prozessbeginn im Göttinger Organspendeskandal

Ein Oberarzt der Uniklinik Göttingen soll Patientendaten manipuliert haben, um schneller an Spenderorgane zu kommen. Für andere Schwerkranke bedeutete dies den Tod, meint die Staatsanwaltschaft.
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GöttingenDer Göttinger Transplantations-Skandal hat das Vertrauen in die Organspende in Deutschland erschüttert. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den leitenden Oberarzt der niedersächsischen Universitätsklinik vor gut einem Jahr gingen die Spenderzahlen in den Keller. Es scheint, als sei eine Lawine ins Rollen gekommen: Wie in der Folge bekanntwurde, sollen auch in Regensburg, München und Leipzig in Transplantationszentren Patientendaten manipuliert worden sein. Politik und Ärzteschaft beschlossen ein Reformpaket mit schärferen Kontrollen.

Der Arzt, der als Erster als mutmaßlicher Betrüger aufflog, muss sich von diesem Montag an vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft dem 46-Jährigen vor, er habe seine auf Spenderlebern wartenden Patienten kränker gemacht, als sie waren, und sie zudem fälschlicherweise als Dialysepatienten ausgegeben. Dadurch sollten sie auf der Warteliste bei der Vergabeorganisation Eurotransplant nach oben rücken.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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