Bundespräsident Gauck
Zu Besuch bei syrischen Flüchtlingen

Bundespräsident Gauck trifft im Lager Friedland Flüchtlinge aus Syrien. 5000 von ihnen will Deutschland aufnehmen. Angesichts der humanitären Katastrophe im Bürgerkriegsland rufen viele nach mehr Hilfe.
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FriedlandWenn Bundespräsident Joachim Gauck an diesem Donnerstag syrische Flüchtlinge im Lager Friedland bei Göttingen besucht, werden neben Gesten auch klare Worte erwartet. Angesichts der katastrophalen Lage und zwei Millionen aus dem Land geflohener Menschen wird damit gerechnet, dass sich das Staatsoberhaupt auch zur deutschen und europäischen Flüchtlingspolitik äußern wird. Es gibt den lauten Ruf aus Kirchen und Hilfsorganisationen, dass Deutschland sich stärker als bisher um das Schicksal der Flüchtlinge kümmern soll.

Die Bundesrepublik hat sich bislang im Rahmen eines UN-Abkommens bereiterklärt, 5000 Menschen aus Syrien aufzunehmen. 1273 sind seit September eingetroffen, nahezu alle bekommen im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen erste Eindrücke von Sprache und Gastland vermittelt. Von dort aus reisen sie nach jeweils rund zwei Wochen in die verschiedenen Bundesländer weiter.

Die Aufnahme von Flüchtlingen ist für die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl ein Gebot der Menschenrechte. „Wir brauchen eine Akzeptant für die Aufnahme von Flüchtlingen in der Bevölkerung“, sagte Geschäftsführer Günter Burkardt am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. „Flüchtlinge sind keine Belastung.“ Gerade angesichts rechter Hetze mancherorts gegen Flüchtlinge sei es wichtig, dass das Staatsoberhaupt öffentlich Stellung bezieht, fügte er hinzu.

Gauck will bei seinem Besuch an einem Wegweiserkurs teilnehmen, in dem praktische Informationen zum Leben in Deutschland gegeben werden. Anschließend ist ein Gespräch mit syrischen Flüchtlingen zu ihren persönlichen Erlebnissen und Erwartungen geplant.

Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien im März 2011 haben in Deutschland etwa 20.000 syrische Flüchtlinge Schutz gefunden, die teils als Asylbewerber auf eigene Faust nach Deutschland gekommen sind. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) geht davon aus, dass sich ihre Zahl bis Jahresende auf 27 000 erhöht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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