„Das Beste aus zwei Welten“
250 Jahre Russlanddeutsche

Vor 250 Jahren brachen die ersten deutschen Siedler nach Russland auf, um dort ihr Glück zu suchen. Lange bewahrten Sie ihre Kultur, bis Stalin sie brutal verfolgen ließ. Heute werden sie von beiden Staaten umworben.
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MoskauSie kamen als Pioniere. Eingeladen von einer Zarin, die selbst als Deutsche geboren wurde - Zarin Katharina II., genannt die Große. Als sie am 22. Juli 1763 - vor 250 Jahren - ihr historisches Einladungsmanifest unterzeichnet, sucht sie fleißige Bauern, welche die menschenleeren Weiten Russland besiedeln sollen. Ihr Blick fällt dabei auf ihre alte Heimat Deutschland.

Sie verspricht, verzweifelten deutschen Bauern in Russland Privilegien: Religionsfreiheit, Selbstverwaltung, Befreiung vom Militärdienst und Steuervorteile. Für viele klingt es nach einer Art Paradies. Und so kommen sie zu Hunderttausenden.

Heute sind Russlanddeutsche über den gesamten Vielvölkerstaat angesiedelt. Viele versuchen, ihre deutschen Wurzeln so gut es geht zu bewahren. Anfang diesen Monats feierten die Bewohner der deutschen Siedlung Alexandrowka in Westsibirien den Gründungstag ihrer Stadt. Es gab deutsche Kringel, Trachten und Kunsthandwerk, wie die Feiernden berichteten.

Die meisten der rund 400.000 in Russland lebenden Nachfahren der ersten Siedler sprächen kein Deutsch mehr, sagt Prof. Victor Dönninghaus, Spezialist für Russlanddeutsche, am Deutschen Historischen Institut in Moskau. Der Grund für diese sprachliche Verkümmerung: Während des Zweiten Weltkrieges wurden Deutsche als Feinde angesehen. Sie wurden deportiert, umgebracht und konnten oft nur überleben, indem sie alles Deutsche an sich ausmerzten.

Die Diskriminierung der deutschen Minderheit ist bis heute in Russland ein Problem. Bei der Enthüllung eines Denkmals an der Wolga, das an die Deportation der Russlanddeutschen erinnern soll, hielten Aktivisten vor einem guten Jahr antideutsche Plakate in die Höhe, wie Dönninghaus der Deutschen Presse-Agentur erzählt.

Der größte Teil der Russlanddeutschen kam als sogenannte Spätaussiedler nach Deutschland zurück. Rund 2,5 Millionen waren es bis zum Juni 2013. Während der großen Rückkehrwellen in den 1980er und 1990er Jahren kamen über 200.000 Einwanderern jährlich. Ein gewaltiger Aderlass für Russland, das ein demografisches Problem hat.

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„Programm nur ein großes Getöse“

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