Elektrofahrzeug

BMW i3 startet in die Serienproduktion

Startschuss für das Vorzeigeprojekt von BMW: Ab Mittwoch rollen die Produktionsbänder für den i3. Die Fertigung des Elektrofahrzeuges soll deutlich schneller gehen als bei bisherigen Modellen. Doch Risiken bleiben.
2 Kommentare

Schafft BMW mit dem i3 den Durchbruch?

Schafft BMW mit dem i3 den Durchbruch?

Leipzig/MünchenDer Münchner Autohersteller BMW läutet an diesem Mittwoch in Sachsen eine neue Epoche ein. Dann beginnt im Leipziger Werk die Produktion des i3, des ersten elektrischen BMW in Großserie. Zum Produktionsstart hat sich Politik-Prominenz angesagt, unter anderem Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) wird erwartet.

BMW hat das Leipziger Werk für die Elektro-Serienproduktion erheblich ausgebaut. Rund 400 Millionen Euro steckte der Autobauer nach eigenen Angaben in die Werkserweiterung.

Hightech für moderne Stadtmenschen
P90129745
1 von 13

Enthüllt: Etwa zwei Jahre nachdem das Konzept auf der IAA Premiere feierte, ist nun die Serienversion des BMW-Elektroautos i3 vorgestellt worden.

P90129774
2 von 13

BMW-Chef Norbert Reithofer flog für die Präsentation nach New York. Um 8.40 Uhr Ortszeit wurde der i3 enthüllt, parallel in New York, Peking und London.

P90129735-highRes
3 von 13

Das erste vollelektrische Serienauto von BMW kommt im November mit dem i3 zu Preisen ab 34.950 Euro auf den deutschen Markt. Seine größten Erfolge soll er jedoch in den chinesischen Megacities feiern.

188225
4 von 13

Den Vertrieb in Deutschland übernehmen 14 Niederlassungen und 33 selbstständige Händler als sogenannte "i-Agenten". Außerdem richtet BMW eine Vertriebsplattform im Internet ein. Neben dem Fahrzeug selbst bieten die Münchner unter anderem auch ein spezielle Ladevorrichtung namens "i Wallbox", Wartungsdienstleistungen und Apps für Computer und Smartphone an.

P90129194-highRes
5 von 13

Ausgehend vom E-Auto i3 setzt BMW auf die Offensive "Future Retail", die der Konzernvorstand im November 2012 abgesegnet hat. Statt autonomer Händler, die auf eigenes Risiko Autos verkaufen, sollen demnach Vertreter auf Honorarbasis Autos absetzen. Zudem sollen Verkäufer künftig die Kunden zu Hause aufsuchen. Eine sogenannte "Mobile Sales Force" ist laut Krüger schon eingerichtet.

Den größten Effekt versprechen sich die Bayern aber vom Online-Direktverkauf. Obwohl bis dato kein großer Autohersteller den Schritt ins Internet wegen der Macht des Autohandels und den damit befürchteten massiven Protesten in der Branche gewagt hat, scheint die internetfreie Zeit vorbei.

P90129197-highRes
6 von 13

Elektromotoren haben den physikalischen Vorteil, schon aus dem Stand heraus ihre höchste Kraft zu entwickeln. Im i3 sind es immerhin 250 Nm, so viel wie ein Golf Diesel "BlueMotion".

Was den Bayern außerdem von anderen Elektroautos unterscheidet, ist seine Agilität. Mühelos und handlich lässt er sich durch die Pylonengasse wedeln, meistert präzise den Ausweichttest und überrascht auch auf engstem Parkraum. Wo ein Mini zurücksetzen muss, dreht der i3 fast auf der Stelle.

Etwas gewöhnen muss sich der Fahrer lediglich an die recht starke Bremswirkung (Rekuperation) des Elektromotors beim Gaswegnehmen.

P90129201-highRes
7 von 13

BMW gibt 7,2 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h an. Tempo 60 ist nach 3,7 Sekunden erreicht.

Der BMW i3 feierte auf der Messe IAA seine Publikumspremiere. Zum Jahreswechsel soll der Wagen zu einem Preis ab 34.950 Euro in den Handel kommen.

Basis des Erfolgs für den kleinen Elektroflitzer soll der Wunderstoff Karbon sein. Die gesamte Außenhaut des i3 ist aus der ultraharten Kohlefaser gefertigt und macht ihn zum Leichtgeweicht: Mit 1200 Kilo ist er gut 300 Kilo leichter als vergleichbare Modelle. Das Problem: Bisher ist Karbon noch teuer und nicht leicht zu verarbeiten. BMW will es trotzdem schaffen, das Material auch in Serie profitabel einzusetzen. Gelingt das, hätte der Konzern auf Jahre einen Wettbewerbsvorsprung im Leichtbau.

Die Produktionszeit des i3 liegt nach den ersten Erfahrungen deutlich unter der bisheriger Serienmodelle. Das liegt auch daran, dass sich Karbon deutlich leichter lackieren lässt und nur geklebt statt geschweißt werden muss. Der angepeilte Profit soll zwischen acht und zehn Prozent liegen.

Doch es bleibt auch beim Karbon ein Risiko: Durch die geringe Verbreitung ist das Verhalten des Stoffs im täglichen Autoverkehr wenig erprobt, auch wenn BMW viele Erkenntnisse der Unfallforschung bei der Entwicklung berücksichtigt hat. Anders als Blech oder Aluminium splittert das Material bei Unfällen. Kleine Ausbesserungen sind nicht möglich, meist muss das gesamte Bauteil ausgewechselt werden. Aber das soll immerhin leichter gehen als bei bisherigen Serienmodellen.

Die Münchner setzen mit dem i3 auf eine rasant steigende Nachfrage nach Elektroautos in den nächsten Jahren. Risikolos ist die E-Strategie nicht. Bislang hält sich die Begeisterung der deutschen Auto-Käufer für Elektrofahrzeuge in Grenzen. Nach Zahlen des Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer wurden im ersten Halbjahr 2013 nicht einmal 2500 Elektroautos neu zugelassen.

"Dieses Auto ist eine Revolution"

"Dieses Auto ist eine Revolution"


  • dpa
  • bay
Startseite
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%