Gletscherexpedition Künstler als „Energiestationen“

Die Performance-Künstler Thomas Huber und Wolfgang Aichner eröffnen eine Ausstellung zu ihrem letzten Projekt. Ein neues steht unmittelbar bevor. Als „menschliche Energiestationen“ gehen die beiden auf Reise.
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Die Aktionskünstler Thomas Huber (l). und Wolfgang Aichner: Die beiden wollen am 9. September auf eine einwöchige Expedition auf Europas höchsten Gletscher auf Island starten. Quelle: dpa

Die Aktionskünstler Thomas Huber (l). und Wolfgang Aichner: Die beiden wollen am 9. September auf eine einwöchige Expedition auf Europas höchsten Gletscher auf Island starten.

(Foto: dpa)

MünchenDie Performance-Künstler Thomas Huber (48) und Wolfgang Aichner (47) eröffnen heute in der National Gallery of Iceland in Reykjavik eine Ausstellung zu ihrem letzten Projekt „passage2011“. 2011 hatten die Künstler im Rahmen der Internationalen Kunstausstellung - La Biennale die Venezia ein rotes Boot über die Alpen gezogen.

Ein neues Projekt steht unmittelbar bevor: Als „menschliche Energiestationen“ wollen die beiden eine Expedition auf den Vatnajökull-Gletscher in Island unternehmen. Das Duo will dabei selbst Strom erzeugen und damit die Energieversorgung thematisieren. Am Montag stellten sie das Projekt „Powerwalk - going for a charge“ im Englischen Garten in München vor. Am 9. September brechen sie zu ihrer einwöchigen Expedition nach Island auf.

Ein Rotorblatt bahnt sich seinen Weg
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Das Bauteil der neuen Windenergieanlage 2.5-120 von GE: Per Riesen-Lkw nimmt das größte Windenergieanlagen-Rotorblatt des US-Industriekonzerns die Strecke von Flensburg bis München.

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„Ich bin Teil einer brillanten Windenergieanlage“ heißt es selbstbewusst auf dem Rotorblatt, das in der letzten Juniwoche zu seinem Einsatzort unterwegs war.

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Zwischendurch machte das enorme Bauteil unter anderem in Berlin Halt. Dort fand am selben Tag das gemeinsame Symposium von GE und der Technischen Universität mit dem Titel „Energiewende zum Anfassen“ statt.

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Was das Rotorblatt so besonders macht, ist allerdings nicht nur seine Länge oder sein Schwertransport: Die intelligente Anlage, zu der das Teil gehört, optimiert ihre Leistung – und das letztlich sogar von allein und Regionen mit schwachem Wind.

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58 Meter misst das alleine Rotorblatt, rund 70 Meter das gesamte Transportvehikel: Um damit eine Kurve zu nehmen, war nicht nur die Polizei gefragt, sondern auch einiges Manövriervermögen.

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Wer wollte, durfte sich auf dem gewaltigen Stück Technik sogar verewigen – hoffentlich waren die Stifte wasserfest.

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Das Rückwärts-Einparken dürfte bei dieser Länge nur mit Geduld gelungen sein.

Die beiden Münchner transportieren bei ihrer Tour auf den größten europäischen Gletscher mobile Windräder an ihren Rucksäcken, um damit permanent Strom zu erzeugen. Die so generierte und in speziellen Akkus gespeicherte Energie soll zurück in München zwei Waschmaschinen antreiben, mit der die Expeditionskleidung der Künstler gereinigt wird. „Wir wollen eine Metapher schaffen, wie man selbst Energie erzeugen kann, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger“, sagte Huber.

Die Künstler verbinden mit dem Gletscher ein persönliches Schicksal: Vor 25 Jahren überlebten sie nur knapp eine Tour auf den Vatnajökull. Sie wurden von einem Eissturm überrascht und saßen zwei Wochen fest, bis sie gerettet wurden: „Damals hätte uns der Wind beinahe das Leben gekostet, dieses Mal wollen wir ihn nutzen“, sagte Aichner.

  • dpa
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