Internationales Abkommen
Konferenz in Japan zur Quecksilber-Reduzierung

Er ist einer der gefährlichsten Giftstoffe auf der Welt: Quecksilber. Um den weltweiten Ausstoß des Schwermetalls zu reduzieren, soll in Japan ein internationales Abkommen unterzeichnet werden.
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Tokio/MinamataDer weltweite Ausstoß von hochgiftigem Quecksilber soll eingedämmt werden. Mit diesem Ziel begann am Mittwoch im südjapanischen Minamata eine dreitägige internationale Konferenz, auf der eine im Januar ausgehandelte Quecksilber-Konvention der Vereinten Nationen unterzeichnet werden soll.

Deutschland will das Umweltabkommen an diesem Donnerstag als eines der ersten Staaten unterzeichnen. Wieviele und welche der rund 140 vertretenen Länder dies ebenfalls tun werden, war zunächst nicht bekannt. Die Konvention tritt mit der Ratifizierung durch den 50. Vertragsstaat in Kraft. Das dürfte laut Vertretern des UN-Umweltprogramms (Unep) noch einmal drei bis fünf Jahre dauern.

Quecksilber zählt zu den gefährlichsten Giftstoffen überhaupt. In Minamata wurden Mitte der 1950er Jahre Tausende Menschen durch das Schwermetall vergiftet, nachdem der japanische Chemiekonzern Chisso quecksilberhaltiges Abwasser in die örtliche Bucht geleitet hatte. Die danach benannte Minamata-Krankheit beginnt mit Kopf- und Gliederschmerzen und führt zu Lähmungen, Psychosen, Missbildungen und Organ- und Nervenschäden. Viele Menschen starben an den Folgen.

Dieser Fall war eine der ersten weltweit beachteten Umweltkatastrophen, die durch den falschen Umgang mit chemischen Abfällen ausgelöst wurde. Der Name „Minamata-Konvention“ soll an die Opfer erinnern und zugleich vor den Folgen der Quecksilberemissionen und des leichtfertigen Umgangs mit dem Schwermetall warnen. In Europa gelten zwar nach Angaben des Bundesumweltministeriums weitgehend bereits strenge Regeln zur Eindämmung von Quecksilberemissionen. Anders sieht es jedoch in Asien, Afrika und Südamerika aus.

Von hoher Bedeutung sei, dass Länder wie China und Indien mit ihren hohen Emissionen aus der Kohleverbrennung die Konvention schnell unterzeichneten, hieß es zum Auftakt der Konferenz in Minamata. Das gleiche gelte für afrikanische und südamerikanische Länder mit vielen kleingewerblichen Goldgruben. Laut Unep leben weltweit mindestens 10 bis 15 Millionen Menschen in Kleinbetrieben vom Goldschürfen. Sie vermischen dabei goldhaltiges Erz mit Quecksilber. Das Quecksilber verdampft, gelangt damit in die Umwelt und gefährdet die Gesundheit der Arbeiter.

Durch das Verbot neuer Quecksilbergruben sowie die Einführung alternativer umwelt- und gesundheitsschonender Technologien sollen die Goldschürfer dazu gebracht werden, auf den Einsatz von Quecksilber zu verzichten. Wie schnell die Belastung mit dem Stoff mit Hilfe der Minamata-Konvention sinken wird, weiß jedoch niemand.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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