IT-Konzern vor Gericht
Was muss Google aus dem Netz filtern?

Fotos aus einem heimlich gedrehten Sex-Video mit Ex-Motorsportboss Mosley ziehen seit Jahren Kreise. Der 73-Jährige will Google vor Gericht zwingen, die Bilder nicht mehr anzuzeigen. Prozesstag zwei beginnt am Freitag.
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HamburgDie Bilder verschwinden einfach nicht. Mehr als fünf Jahre ist es nun her, dass der damalige Motorsportboss Max Mosley bei einer privaten Sex-Party mit Prostituierten heimlich gefilmt wurde - doch Aufnahmen davon kursieren bis heute im Netz. Dagegen wehrt sich der 73-Jährige vor Gericht, er hat den Suchmaschinen-Anbieter Google verklagt. In dem Zivilprozess in Hamburg, dem Unternehmenssitz von Google Deutschland, geht es um einen Grundkonflikt der digitalen Welt: Mosley kämpft für seine Persönlichkeitsrechte im Internet, Google wittert dagegen eine neue Form der Zensur.

Das Hamburger Verfahren hat bereits vor einem knappen Jahr begonnen, an diesem Freitag steht der zweite Termin an. Der langjährige Präsident des Weltmotorsportverbands FIA will erreichen, dass Google eine Reihe von Bildern aus dem Party-Video herausfiltert und in seinen Suchergebnissen gar nicht erst anzeigt. Der Suchmaschinenbetreiber soll die Nutzer also nicht mehr auf Seiten mit den illegal entstandenen Fotos leiten. Das inzwischen eingestellte britische Boulevardblatt „News of the World“ hatte das Video 2008 bekanntgemacht.

Bisher hat Mosley verschiedene Medien und Betreiber von Websites einzeln abgemahnt, damit die Bilder gelöscht werden. In Hunderten Fällen hätten sie Betreiber angeschrieben, hatte seine Anwältin beim Auftakt des Zivilprozesses erklärt. Doch kaum sei ein Bild verschwunden, tauchten woanders wieder neue auf. Eine Sisyphusarbeit, deren Ursache nach ihrer Auffassung im Geschäftsmodell von Google begründet ist - schließlich würden Seiten angezeigt, die ein normaler Nutzer ohne die Suchmaschine niemals finden würde.

Das Internet, stimmte die Richterin ein, sei „wie eine Hydra für die Betroffenen“ - eine Hydra, der immer mehr Köpfe wachsen, wenn man einen abgeschlagen hat. Nach Ansicht der Richterin sind die umstrittenen Fotos rechtswidrig, weil sie Mosley in seinen Persönlichkeitsrechten und seiner Intimsphäre verletzten.

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Google fürchtet Flut von Lösch-Anfragen

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